Politik

Linnemann hält an Pflegeplänen fest

  • Montag, 28. September 2026
Bundesminister für Gesundheit Carsten Linnemann (CDU) /picture alliance, dts Nachrichtenagentur GmbH
Bundesminister für Gesundheit Carsten Linnemann (CDU) /picture alliance, dts Nachrichtenagentur GmbH
Dieses Dialog-Fenster öffnen

Berlin – Ungeachtet des Widerstands des Koalitionspartners SPD hält Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) an seinem Vorhaben fest, ein Gesetz für stabile Pflegefinanzen übermorgen ins Bundeskabinett zu bringen.

Das sei weiterhin so geplant, sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin. Die Pflegekassen hatten vor einem Defizit von 4,4 Milliarden Euro bis Jahresende gewarnt. Mit seinem Gesetz will Linnemann vor allem Beitragserhöhungen im kommenden Jahr verhindern.

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hatte am Wochenende klargestellt, dass die SPD-Fraktion „ein reines Kürzungspaket“ so nicht mitmache. Es fehlten die notwendigen Strukturreformen. Die SPD fordert einen finanziellen Beitrag der privat Pflegeversicherten für die gesetzlichen Kassen und einen „Pflegekostendeckel“ gegen den immer weiteren Anstieg der Eigenanteile für Betroffene und Angehörige für Pflege im Heim. Linnemann hatte so einen Pflegedeckel als zu wenig wirksam gegen die Belastungen zurückgewiesen.

„Wir diskutieren in diesen Stunden und Tagen nicht über das Ob von Reformen und auch nicht über das Ob einer Pflegereform, sondern wir reden über das Wie“, sagte Vize-Regierungssprecher Steffen Meyer. Die großen finanziellen Herausforderungen müssten mit den Interessen der Beteiligten in der Pflege und der Bürgerinnen und Bürger in Einklang gebracht werden.

„Wir arbeiten am Gelingen“, so der Vize-Regierungssprecher, „es finden Gespräche statt in ganz unterschiedlichen Konstellationen.“ Verhandelt wird auf verschiedenen Ebenen, wie es in der Koalition hieß.

Zurückhaltend reagierte das SPD-geführte Finanzministerium (BMF) auf Linnemanns Hinweis, dass die Pflegeversicherung dem Staat während der Coronapandemie fünf Milliarden Euro geliehen habe. Komme dieses Geld zurück, „hätten wir mehr Spielraum, als wir heute haben“, hatte Linnemann gesagt.

Ein Sprecher des Finanzressorts verwies auf Milliardenmittel, die der Bund unter anderem als unmittelbare Unterstützung für die Pflegeversicherung und als Leistungen des Bundes an einen Fonds zum Ausgleich für Coronabelastungen gezahlt habe und zahle. „Insofern leistet der Bund bereits jetzt einen signifikanten Beitrag zur kurzfristigen Stabilisierung der Finanzlage der sozialen Pflegeversicherung“, sagte der Sprecher.

dpa

Diskutieren Sie mit:

Deutsches Ärzteblatt bei Google bevorzugen

Wenn Sie Deutsches Ärzteblatt als bevorzugte Quelle festlegen, können Inhalte von uns in Ihren Google-Ergebnissen sichtbarer erscheinen.

Jetzt bei Google bevorzugen

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung