Ärzteschaft

Marburger Bund verhandelt für angestellte Ärzte in Praxen und MVZ

  • Donnerstag, 21. März 2019
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Düsseldorf/Mainz – Der Landesverband Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz des Mar­burger Bundes (MB) wird mit dem Hausärzteverband Rheinland-Pfalz Tarif­verhandlungen für angestellte Ärzte in Praxen und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) aufnehmen. Darauf hat der MB-Landesverband jetzt hingewiesen.

Hintergrund ist, dass eine Anstellung im niedergelassenen Bereich für die Ärzte bedeutet, dass die aus dem Tarifvertrag für Ärzte (TV-Ärzte) des MB gewohnten tariflichen Stan­dards für sie nicht mehr gelten. Jeder Einzelne müsse vielmehr selbst über seine Arbeits­bedingungen verhandeln.

„Wir wissen aus der täglichen Beratungspraxis des MB, dass die individuell vereinbarten Konditionen oft unterhalb des branchenüblichen Standards der TV-Ärzte liegen“, erklärte Karlheinz Kurfeß für den MB-Landesverband. Kurfeß ist Vorsitzender der Bezirks­ärzte­kammer Koblenz und stellvertretender Vorsitzender der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz.

Mitunter lägen die Gehälter im ambulanten Bereich unter dem Klinikstandard, hieß es aus dem MB. Die in den Tarifverträgen übliche automatische Dynamisierung der Gehälter fehle oft gänzlich, ebenso meist konkrete Vereinbarungen zu Überstunden, Arbeitszeiten, Fortbildungsurlaub, betrieblicher Altersversorgung oder zum Krankengeldzuschuss.

Der MB Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz hat deshalb mit dem Hausärzteverband Rheinland-Pfalz seit etwa eineinhalb Jahren Gespräche geführt. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Hausärzteverband Rheinland-Pfalz hat einen Arbeitgeberverband ge­gründet, der nun mit dem MB Tarifverhandlungen aufnehmen kann und wird“, sagte Kurfeß.

„Es ist unser erklärtes Ziel, die Arbeitsbedingungen für angestellte Ärzte in Praxen und MVZ mit eigenen Tarifverträgen zu verbessern, damit der Wechsel aus der Klinik nicht zu Verschlechterungen führt“, betonte er. Laut dem MB arbeiten in allein in Rheinland-Pfalz rund 1.850 angestellte Ärzte im niedergelassenen Bereich. Ihre Zahl steige jährlich um rund zehn Prozent.

hil

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