Masernfälle in Baden-Württemberg haben sich verdoppelt
Stuttgart – Die Zahl der Masernfälle in Baden-Württemberg hat sich nahezu verdoppelt. In den ersten acht Monaten dieses Jahres stieg sie auf 51 – nach 23 im Vorjahreszeitraum, wie das Landesgesundheitsamt heute mitteilte.
Die DAK Gesundheit warnte, dem starken Anstieg stehe eine sehr niedrige Impfbereitschaft entgegen. „Manche Eltern halten Masern immer noch für eine lästige und ungefährliche Kinderkrankheit, aber für manche enden sie tödlich“, erklärte DAK-Landeschef Siegfried Euerle heute in Stuttgart.
Nur 78,9 Prozent der Kinder in Baden-Württemberg haben nach dem ersten Lebensjahr die von der Ständigen Impfkommission empfohlene Erstimpfung erhalten (Bund: 81,2), wie die DAK mitteilte. Bei der wichtigen zweiten Masernimpfung sinkt die Quote demnach auf 60,8 Prozent (Bund: 63,3) – den niedrigsten Wert bundesweit. Die DAK verweist auf Studien, nach denen besonders wohlhabende und gebildete Eltern die Impfung ablehnen.
Während mehrerer Masernausbrüche in ganz Europa starben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge in den vergangenen zwölf Monaten 35 Menschen, darunter 31 in Rumänien und zwei in Italien. In Deutschland und Portugal starb je ein Mensch an der Krankheit.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: