Vermischtes

Medizintechnik-Branche drängt auf umfassende Digitalisierung

  • Donnerstag, 14. Mai 2026
/Damian, stock.adobe.com
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Berlin – Die Medizintechnikbranche in Deutschland setzt auf digitale Innovationen und fordert von der Politik Rahmenbedingungen, die eine zügige Einführung in der Versorgung ermöglichen.

„Die smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und künstlicher Intelligenz. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen“, sagte Natalie Gladkov vom Bundesverband Medizintechnologie (BVMed).  

In einem Positionspapier umreißt der Verband Maßnahmen aus vier Handlungsfeldern, die aus Sicht der Medtech-Branche nötig sind. Danach ist zunächst wichtig, Daten besser verfügbar zu machen.

„In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können“, heißt es in dem Papier. Wichtig sei außerdem unter anderem, das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf bundesweit zu vereinheitlichen.

Von Bedeutung sei zweitens, internationale Standards für Datenformate und -sicherheit zu verwenden. „Standardisierte Datenformate sollten europaweit einheitlich auf den Standards des European Health Data Space beruhen, um keine landesspezifischen Datenformate ergänzen zu müssen“, regt der Verband an. Datensicherheit sollte europaweit einheitlich zertifiziert und das Zertifikat entsprechend anerkannt werden. Ergänzende nationale Zertifikate sollten entfallen.

Der Verband fordert drittens förderliche Rahmenbedingungen, um digitale Produkte auf den Markt zu bringen. Zum Beispiel sollten digitale Medizinprodukte, die keine DiGA seien und ein geringes Risiko hätten, eine den digitalen Anforderungen angepasste eigene Form der Nutzenbewertung erhalten.

Außerdem sollten die Methodenbewertung und Vergütung Schrittinnovationen bei Medizinprodukten besser berücksichtigen, sofern die Vorteile nachgewiesen seien. Die elektronische Patientenakte (ePA) sollte nach Aussagen des BVMed zu einer Datenplattform mit Anschluss für alle Gesundheitsberufe und sonstigen Leistungserbringer weiterentwickelt werden, auch für Hilfsmittelleistungserbringer, die mit Patienten in ihrem Wohnumfeld arbeiten.

Letztlich gehe es darum, digitale Versorgungspfade umzusetzen. Diese könnten bisherige Sektorengrenzen überwinden – dafür brauche es aber andere Vergütungs- und Erstattungsbedingungen. „Digitale Versorgung, die verschiedene Sektoren und Gesundheitsberufe erfasst oder den Behandlungspfad grundlegend verändert, braucht eine neue Form der Nutzenbewertung, die neben den klassischen Sektoren der Selbstverwaltung auch neue Beteiligte einbezieht“, fordert der BVMed.

hil

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