Vermischtes

Mehr bewusstseinsverändernde Drogen in Europa auf dem Markt

  • Dienstag, 9. Juni 2026
/stock.adobe.com, Stanislau_V
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Lissabon – Die Zahl bewusstseinsverändernder Drogen in Europa ist im vergangenen Jahr um 50 Substanzen gestiegen. Insgesamt zählt die Drogenagentur der Europäischen Union (EUDA) nun 1.050 psychoaktive Substanzen, wie aus dem in Lissabon veröffentlichten Europäischen Drogenbericht hervorgeht.

Auch konsumierten mehr Jugendliche E-Zigaretten und sogenannte Vapes. Dem Drogenbericht liegen Daten aus den 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie Norwegen und der Türkei zugrunde. Opioide, inklusive Heroin und seiner Abfallprodukte, waren laut dem Bericht 2024 für rund sieben von zehn tödlichen Überdosen verantwortlich.

Die Drogenagentur schätzt, dass in dem Jahr mindestens 7.600 Menschen an einer Überdosis starben, oft durch eine Mischung aus Opioiden, Medikamenten und Schmerzmitteln. Auch viele synthetische Opioide seien unter den Substanzen: Seit 2009 seien in Europa 95 davon nachgewiesen worden, allein 2025 sieben neue.

„Wir müssen alles daransetzen, um zu verhindern, dass gefährliche neue Produkte den Markt überschwemmen“, sagte der EU-Kommissar für Inneres und Migration, Magnus Brunner. Er betonte, wie wichtig ein hartes Vorgehen gegen illegale Drogenhändler sei.

Der Bericht weist zugleich nach, dass nach vermehrten Polizeieinsätzen an großen europäischen Häfen Händler bereits neue Wege für den Schmuggel ausfindig gemacht hätten. Sie nutzten verstärkt kleinere Häfen, Umladungen auf See, Schnellboote, Halbtauchboote und Drohnen.

Laut Bericht war Cannabis die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Europa. Schätzungen zufolge hätten im vergangenen Jahr 24,9 Millionen Menschen zwischen 15 und 64 Jahren die Droge konsumiert. Allerdings ist der Besitz der Droge nicht in allen Ländern verboten.

Ein Drittel der Menschen (104.000), die sich 2024 in Europa in eine Drogenbehandlung begeben haben, tat dies den Daten zufolge nach dem Konsum von Cannabisprodukten. Die EUDA warnt zudem vor mit hochwirksamen synthetischen Stoffen verfälschte Cannabisprodukte.

Der Kokainkonsum bleibt laut dem Bericht ebenfalls auf einem hohen Niveau: Etwa 4,3 Millionen Menschen konsumierten diese Droge im vergangenen Jahr. Auch die geografische Verbreitung von Kokain nehme zu. Abwasseranalysen zeigten, dass in 48 von 85 Städten (57 Prozent), in denen 2024 und 2025 Proben entnommen wurden, ein Anstieg der Kokainrückstände festzustellen sei.

37.000 Menschen, die sich in Behandlung begaben, nannten Kokain als ihre Erstdroge – der zweithöchste Wert hinter Cannabis. Die Zahl liegt demnach um 39 Prozent über der von 2018. Daten aus 20 Ländern deuteten 2024 zudem darauf hin, dass Kokain an mehr als einem Viertel der drogenbedingten Todesfälle beteiligt gewesen sei.

kna

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