Politik

Drogenbeauftragter drängt auf Erhöhung der Tabaksteuer

  • Montag, 1. Juni 2026
Der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) /picture-alliance, Michael Kappeler
Der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) /picture-alliance, Michael Kappeler

Düsseldorf – Anlässlich des gestrigen Weltnichtrauchertags hat der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), deutlich höhere Preise für Zigaretten und Vapes angemahnt. Der Preis dieser Produkte müsse „spürbar steigen“, sagte Streeck der Rheinischen Post.

„Höhere Preise halten gerade junge Menschen vom Einstieg ab und helfen vielen Raucherinnen und Rauchern beim Aufhören“, sagte Streeck. „Es ist zynisch, eine deutliche Erhöhung der Tabaksteuer mit dem Argument abzulehnen, dass dann weniger Menschen rauchen und deshalb die Einnahmen sinken könnten.“ Das sei „kein Einnahmeausfall, den man beklagen sollte. Das ist ein gesundheitspolitischer Erfolg, den man erreichen muss“.

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Christos Pantazis, schloss sich Streecks Forderung an. „Höhere Preise und eine konsequente Tabakbesteuerung können insbesondere junge Menschen nachweislich davon abhalten, überhaupt mit dem Rauchen anzufangen“, sagte er. Es müsse daher „ehrlich über den Preis von Tabak- und Nikotinprodukten“ gesprochen werden.

„Entscheidend ist dabei: Es geht nicht um zusätzliche Staatseinnahmen, sondern um weniger Suchterkrankungen, weniger Krebs und mehr gesunde Lebensjahre“, sagte Pantazis.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Simone Borchardt (CDU), forderte, „ehrlich“ über die Finanzierung zu sprechen. „Wenn Tabaksteuer und Abgaben auf nikotinhaltige Produkte erhöht werden, darf dieses Geld nicht einfach im allgemeinen Bundeshaushalt verschwinden“, sagte sie der Zeitung. „Nach dem Verursacherprinzip muss ein angemessener Teil dem Gesundheitsfonds zugutekommen, denn die Folgekosten des Rauchens tragen am Ende Versicherte, Arbeitgeber und unser Gesundheitssystem.“

Zuletzt hatte die am vergangenen Dienstag veröffentlichte Drogenaffinitätsstudie 2025 des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) gezeigt, dass immer mehr Jugendliche rauchen und mit E-Zigaretten vapen. Auf alle Altersgruppen verteilt blieb der Anteil der Raucher in Deutschland weitgehend unverändert.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, drängt auf strengere Gesetze, um Kinder und Jugendliche vor Zigaretten und Vapes zu schützen. „Dass die Zahl junger Raucher zuletzt wieder gestiegen ist, ist höchstbedenklich“, sagte er der Rheinischen Post. „E-Zigaretten und Nikotinbeutel werden als harmlose Lifestyleprodukte vermarktet, sind aber ein Einstieg in die Nikotinabhängigkeit.“

Reinhardt rief die Politik auf, dagegen vorzugehen. „Konkret fordern wir neutrale Verpackungen für Tabak- und Nikotinprodukte, ein vollständiges Aromaverbot in E-Zigaretten, ein Verbot des Verkaufs von E-Zigaretten über Automaten und online und ein umfassendes Werbeverbot auch in den sozialen Medien und am Verkaufsort.“

afp

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