Politik

Minister Hoch will mehr Tempo für Pharmastandort Rheinland-Pfalz

  • Freitag, 17. Juli 2026
Clemens Hoch (SPD), Minister für Wissenschaft und Gesundheit von Rheinland-Pfalz. /picture alliance, Helmut Fricke
Clemens Hoch (SPD), Minister für Wissenschaft und Gesundheit von Rheinland-Pfalz /picture alliance, Helmut Fricke
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Mainz – Wissenschafts- und Gesundheitsminister Clemens Hoch kämpft um den Pharma- und Biotechnologiestandort Rheinland-Pfalz. Durch die gekürzten oder gestrichenen Investitionen der Pharmakonzerne Eli Lilly und Boehringer Ingelheim drohe die Dynamik im Land gebremst zu werden, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

Es sei derzeit nicht absehbar, dass das Management der Unternehmen die Entscheidungen kurzfristig rückgängig machen werde. Hoch forderte von der Bundesregierung mehr Tempo bei der Etablierung einer Standortklausel, um für Unternehmen mehr Anreize zu schaffen, auch weiterhin in Forschung und Innovation zu investieren.

Eine Standortklausel in der Pharmaindustrie bezeichnet eine gesetzliche Regelung, die pharmazeutischen Unternehmen finanzielle oder regulatorische Vorteile gewährt, wenn sie nachweislich in den Standort Deutschland investieren. 

Die Landesregierung stehe weiter im Kontakt mit den beiden Pharmakonzernen. Trotz der Einschnitte gebe es jedoch weiterhin ein ganz klares Bekenntnis beider Unternehmen zu ihrem Standort, erklärte der SPD-Politiker. Bei den Gesprächen mit den Unternehmen gehe es deswegen nun vorrangig darum, wie die Standortbedingungen für das Pharmaland Rheinland-Pfalz als verlässlicher Partner organisiert werden könnten. 

Der Wissenschafts- und Gesundheitsminister nahm dabei auch die Bundesregierung in die Pflicht. Die Bundesländer mit wichtigen Pharmastandorten bekämen einen ordentlichen Pharmadialog hin, ohne ständig finanzielle Versprechungen zu machen. Die Branche müsse aber auch für die Bundesregierung eine hohe Priorität haben. 

Der US-Konzern Eli Lilly hat angekündigt, in sein neues Werk in Alzey nicht mehr wie geplant 2,5 Milliarden US-Dollar (rund 2,2 Milliarden Euro) zu stecken, sondern nur noch die Hälfte. Dazu verkündete Boehringer Ingelheim jüngst, für die Jahre 2027 bis 2030 vorgesehene 900 Millionen Euro doch nicht in deutsche Standorte investieren zu wollen. Beide Firmen begründeten das zumindest zum Teil mit den Sparplänen der Bundesregierung in der Gesundheitspolitik. 

Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech gab zudem kürzlich bekannt, mehrere Produktionsstandorte zu schließen, darunter den in Idar-Oberstein. Als Gründe nannte das Management eine zu geringe Auslastung, Überkapazitäten und Kosteneinsparungen. Knapp 1.900 Stellen sind in Gefahr. 

In der Coronapandemie war Biontech weltbekannt geworden, weil das Mainzer Unternehmen gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer die erste Marktzulassung für einen Impfstoff gegen COVID-19 erhielt. Mittlerweile konzentriert sich Biontech auf die Forschung und Entwicklung von Medikamenten gegen Krebs.

dpa

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