Ausland

Nach Meta-Vergleich in den USA: Drängen auf Schutz von Kinder in Europa

  • Donnerstag, 27. August 2026
/picture alliance, NurPhoto, Jakub Porzycki
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Brüssel – Nach der Ankündigung umfangreicher Änderungen für einen besseren Kinder- und Jugendschutz bei den Onlinenetzwerken Facebook und Instagram hat die Europäische Union (EU) den Mutterkonzern Meta erneut aufgefordert, auch in Europa Änderungen an den Plattformen vorzunehmen.

„Meta weiß, was wir von ihnen erwarten“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission heute in Brüssel. Es sei nun an dem Unternehmen, „auch unsere Kinder hier zu schützen“, betonte er.

Meta hatte gestern in einem Vergleich mit US-Bundesstaaten Zugeständnisse bei der Nutzung seiner Dienste gemacht und einer Zahlung von 16,7 Milliarden Dollar (14,3 Milliarden Euro) zugestimmt.

Der Konzern sagte Zeitbeschränkungen für die Nutzung von Instagram und Facebook durch Minderjährige sowie nächtliche Zugangssperren zu. So sollen Teenager die Apps nur noch zwei Stunden pro Tag nutzen dürfen. Zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens sollen sie gar keinen Zugriff mehr haben.

Darüber hinaus sind weitere Neuerungen geplant: Die Zahl der „Gefällt mir“-Reaktionen soll minderjährigen Nutzern verborgen bleiben. Tabu sind künftig zudem Filter, die Gesichter künstlich glätten und attraktiver machen.

Der EU-Kommissionssprecher sagte, die Kommission habe sich nach dem Vergleich in den USA mit Meta ausgetauscht. Es gebe allerdings „nichts Neues“. Brüssel hatte Meta im Juli aufgefordert, wegen der Suchtgefahr für Kinder und Jugendliche Änderungen bei Instagram und Facebook vorzunehmen.

So soll Meta etwa die automatische Wiedergabe von Videos standardmäßig deaktivieren und verpflichtende Pausen einführen. Die bisherigen Maßnahmen des Digitalkonzerns – etwa Teen-Konten mit elterlicher Kontrolle – reichten nicht aus. Sollte Meta den Forderungen nicht nachkommen, droht dem Konzern nach dem EU-Gesetz für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) ein Bußgeld von bis zu sechs Prozent seines weltweiten Jahresumsatzes.

Die deutsche Europa-Abgeordnete Anna Cavazzini (Grüne) forderte angesichts der Einigung in den USA eine „strengere Durchsetzung bestehender Vorschriften“ in der EU. Der Vergleich zeige, dass Meta sich „absolut im Klaren“ darüber sei, dass die eigenen Dienste „süchtig machen sollen“ und „dass wir uns nicht auf den guten Willen oder Selbstverpflichtungen von Big Tech verlassen können“, betonte sie. Sie erwarte, dass die EU-Kommission „zeitnah“ gesetzgeberische Maßnahmen zum Schutz junger Menschen vorlegen werde.

afp

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