Nahostkonflikt: Israel kündigt sieben stündige Waffenruhe an
Köln – Die israelische Armee hat für den heutigen Tag eine siebenstündige Waffenruhe angekündigt. Die Feuerpause soll um zehn Uhr beginnen und bis 17 Uhr dauern. Dadurch soll Zivilisten eine kurze Atempause verschafft werden. Wie die Zeitung Times of Israel meldete, gelte dies nicht für den gesamten Gaza-Streifen: Östlich der Stadt Rafah werde es weiterhin Angriffe geben.
Bereits am vergangenen Freitag wurde eine Waffenruhe von 72 Stunden angekündigt. Den Menschen im Gazastreifen sollte so die Möglichkeit gegeben werden, die Toten zu bergen, Verletzte zu versorgen und die Lebensmittelvorräte aufzufüllen. Doch schon nach wenigen Stunden wurde die Feuerpause beendet. Sowohl von israelischer als auch von palästinensischer Seite wurde von Verstößen gegen die Waffenruhe berichtet. Wenig später erklärte Israel die Waffenruhe für gescheitert.
Indessen hat Uno Generalsekretär Ban-Ki-Moon den Beschuss einer Schule der Vereinten Nationen nahe Rafah verurteilt, bei dem mindestens zehn Menschen getötet wurden. Der Uno Generalsekretär sprach von einer „moralischen Schandtat“ und einem „kriminellen Akt“. Die israelische Armee sei mehrfach über den Standort der Schule informiert worden, erklärte Ban am Sonntag in New York.
Auch seitens des US-Außenministeriums gab es Kritik an dem Vorgehen der israelischen Armee. Die Vereinigten Staaten seien erschüttert über den „schandhaften“ Vorfall, sagte Sprecherin Jen Psaki. Sie forderte Israel auf, mehr dafür zu tun, zivile Opfer zu vermeiden und den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.
Seit dem Beginn der israelischen Militäroffensive vor vier Wochen kam es mehrfach auch zu Angriffen auf zivile Einrichtungen. Unter anderem wurde ein Krankenhaus in Gaza Stadt angegriffen, in dem rund 2.000 Palästinenser Schutz suchten.
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