Neue Diskussion um Impfpflicht für Kita-Kinder
Berlin – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin unterstützt die Forderung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), nur geimpfte Kinder in einen Kindergarten zu lassen. „Nicht geimpfte Kinder stellen für sich und andere ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen mit teilweise schlimmen Verläufen dar, die mit einer Impfung hätten verhindert werden können“, sagte die KV-Vorsitzende Angelika Prehn.
Sie wies daraufhin, dass die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission bereits für Säuglinge und Kleinkinder bestimmte wichtige Impfungen vorsähen. Es sei sehr beunruhigend, dass eine Krankheit wie die Masern noch immer nicht ausgerottet sei, weil Impfungen dagegen nicht in ausreichendem Maße wahrgenommen würden. „Dieser gesundheitspolitische Misserfolg ist auch ein Ergebnis der Freiwilligkeit, die uns in der Bekämpfung solch ansteckender Krankheiten nicht weit genug gebracht hat“, sagte Prehn.
„Daher plädiere ich klar für eine Impfpflicht bei Kindern vor Eintritt in eine Kita“, so die KV-Vorsitzende. Ausdrücklich von dieser Impfpflicht ausgenommen werden müssten Säuglinge und Kinder, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden dürften. Ihnen müsste davon unabhängig ein Kitaplatz bewilligt werden, so Prehn.
Eine Absage erteilte unterdessen die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit der Impfflicht. „In Deutschland gibt es keinen Konsens für eine Impfpflicht“, sagte Constance Frey, Sprecherin von Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) gegenüber der Berliner Morgenpost. Deshalb sei es auch nicht zielführend, über eine vollständige Grundimmunisierung als Zugangsvoraussetzung für den Kitabesuch zu diskutieren.
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