Neue S3-Leitlinie zur Immunsuppression nach Nierentransplantation bei Kindern und Jugendlichen

Berlin – Eine neue S3-Leitlinie soll Ärzte bei der Immunsuppression nach einer Nierentransplantation bei Kindern und Jugendlichen unterstützen. Diese notwendige Immunsuppression erfolgt nach Angaben des Leitlinienteams im Augenblick in den verschiedenen Zentren in Deutschland sehr unterschiedlich.
Neuere Empfehlungen, die ein individualisiertes Vorgehen mit unterschiedlichen, neueren Immunsuppressiva vorsehen, fänden häufig noch keine Beachtung, hieß es. Die Arbeitsgruppe um Lars Pape vom Universitätsklinikum Essen hat daher eine S3-Leitlinie mit 25 Empfehlungen zu Diagnostik und Therapie entwickelt.
Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat die Arbeit an der Leitlinie gefördert. Sie soll im Portal der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) erscheinen, ist aber über den Ergebnisbericht des Innovationsauschussprojektes bereits zugänglich.
Im Jahr 2021 warteten der Leitlinie zufolge 2.653 Menschen auf die Übertragung einer Niere, davon 3,8 Prozent Kinder. Das transplantierte Organ trage wesentlich zur Lebensverlängerung bei und je gesünder es sei, umso geringer sei der Bedarf an ergänzenden Therapien wie der Dialyse.
„Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen verringert die Dialyse die Lebenserwartung und -qualität nach einer Organspende deutlich. Daher ist es hier besonders notwendig, ein Transplantatversagen durch Abstoßungsreaktionen des Körpers zu verhindern“, heißt es in der Leitlinie.
Aktuell gebe es in Deutschland aber nur allgemeine Empfehlungen zu einer solchen immunsuppressiven Therapie bei Kindern nach Nierentransplantation. Diese beruhten nicht auf wissenschaftlichen Nachweisen und stellten nicht den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung dar. Diese Lücke soll die neue Leitlinie schließen.
Neben der Leitlinienlangversion hat die Arbeitsgruppe auch eine Kurz- und eine Patientenversion erstellt. Neben nationalen und internationalen Fachleute haben sich Patientenvertreter an der Leitlinienarbeit beteiligt.
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