Hochschulen

Neue Versorgungspfade für die Versorgung von seltenen Erkrankungen entwickeln

  • Donnerstag, 31. März 2022
Gernot Krautberger - stock.adobe.com
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Heidelberg – Neun Universitätsklinika, weitere Partner aus dem Gesundheitswesen und Patientenvertre­ter haben sich im Projekt „Integrate-ATMP“ zusammengeschlossen, um Versorgungsstrukturen für neuartige Therapien zu entwickeln. Dabei geht es um den Einsatz von „Advanced Therapy Medicinal Products“ (ATMPs). Diese sind zum Beispiel Gentherapeutika, gentherapeutisch veränderte Zellen oder biotechnologisch verändertes Gewebe. Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses fördert das Projekt in den kommenden Jahren mit insgesamt 13,6 Millionen Euro.

„Mittels Integrate-ATMP sollen deutschlandweit einheitliche und trotz der hohen Therapiekosten wirt­schaftliche Versorgungsstrukturen geschaffen werden, um eine flächendeckend hohe Behandlungsquali­tät zu sichern“, erläutert der sogenannte Konsortialführer des Projektes, Carsten Müller-Tidow, Ärztlicher Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie am Universitätsklinikum Heidelberg.

Das Projekt umfasst verschiedene Instrumente zur Verbesserung der Versorgung: Strukturierte und zwischen allen Zentren abgestimmte Behandlungspläne sollen die ambulante Vor- und Nachsorge inklusive deren Erstattung standardisieren. Ein ATMP-Register soll die Therapieerfahrungen mit ATMPs krankheitsübergreifend und -unabhängig erfassen. Dabei soll es mit bereits bestehenden krankheits­spezifischen Registern verknüpft werden und in Zukunft auch auf neue ATMP-Zulassungen erweiterbar sein. Eine telemedizinische Kommunikationsplattform soll den direkten Austausch aller an der Behand­lung Beteiligten sowie Institutionen erleichtern und Patienten entlasten.

Diese Strukturmaßnahmen wollen die Projektbeteiligten an vier Therapiestrategien evaluieren: bei der CAR-T-Zell-Therapie für Patienten mit bösartigen Erkrankungen des lymphatischen Systems, bei der Gentherapie gegen spinale Muskelatrophie, bei schwerem kombiniertem Immundefekt und bei der metachromatischen Leukodystrophie, einer angeborenen, degenerativen Erkrankung des Gehirns.

hil

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