Neuer Forschungsverbund zur psychischen Gesundheit von Studierenden

Halle/Berlin – Ein neuer Forschungsverbund innerhalb des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG) will unter Leitung der Universitätsmedizin Halle die psychische Gesundheit von Studierenden langfristig verbessern. Ein Ziel der Forschenden ist es, Warnzeichen zu identifizieren, die sich negativ auf die psychische Gesundheit auswirken.
In Deutschland studieren fast drei Millionen Menschen, mehr als die Hälfte davon an Universitäten. Viele von ihnen berichten von psychischen Belastungen. Bisherige Daten deuten aus Sicht der Arbeitsgruppe darauf hin, dass in einzelnen Fachbereichen etwa ein Viertel der Studierenden an depressiven Symptomen und rund ein Drittel an Angststörungen leidet.
„Psychische Belastungen unter Studierenden nehmen seit Jahren deutlich zu, mit teils gravierenden Folgen für den Studienerfolg, das Wohlbefinden und die Funktionsfähigkeit des Hochschulsystems“, sagte Oliver Tüscher, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der Universitätsmedizin Halle.
Er koordiniert den Forschungsverbund gemeinsam mit Stefan Watzke, dem Leiter der medizinischen Psychologie in Halle. Bisherige Untersuchungen seien schwer vergleichbar, nicht aktuell und berücksichtigten oft nur bestimmte Fächergruppen, so Tüscher.
Die Forschenden wollen zunächst internationale wissenschaftliche Studien systematisch auswerten und mit Versorgungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung sowie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) zusammenführen. Danach sollen Erhebungen in Berlin, München, Halle, Jena, Mainz, Braunschweig und Mannheim die Datengrundlage vervollständigen.
An dem Vorhaben beteiligen sich Einrichtungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung in Mainz, der Technischen Universität Braunschweig, des Deutschen Jugendinstituts, der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Charité – Universitätsmedizin Berlin, des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung in Dortmund, des Universitätsklinikums Jena und des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim.
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das Projekt bis Mitte 2028 mit rund 730.000 Euro.
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