Neuer Sonderforschungsbereich zur männlichen Infertilität in Münster

Bonn/Münster – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB) „Reproduction.MS – Molekulare Pathomechanismen männlicher Infertilität“ in Münster.
Im neuen SFB soll erforscht werden, welche genetischen, molekularen und zellulären Mechanismen die Hodenfunktion, die Spermienbildung und -qualität, die Befruchtung sowie die frühe Embryonalentwicklung beeinflussen können.
Geleitet wird der SDB von Frank Tüttelmann, Direktor des Centrums für Medizinische Genetik der Universität Münster und Sprecher des neuen Sonderforschungsbereichs, sowie Timo Strünker und Nina Neuhaus, beide Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie (CeRA), Universität Münster und Universitätsklinikum Münster.
Die Erkenntnisse sollen schnell in die klinische Praxis überführt werden, um frühzeitige, präzise Diagnosen von männlicher Unfruchtbarkeit, personalisierte Behandlungen und eine bessere Versorgung von unfruchtbaren Paaren zu ermöglichen.
Laut Tüttelmann könnte vornehmlich die Situation der Partnerinnen von unfruchtbaren Männern verbessert werden, denn diese trügen bislang die meisten Risiken und Lasten bei der Behandlung der Fertilitätsstörungen, so der Wissenschaftler.
Die Deutsche Gesellschaft für Andrologie (DGA) begrüßt die Entscheidung der DFG. „In Deutschland ist jedes sechste Paar von Unfruchtbarkeit betroffen, die Zahl der Fertilitätsbehandlungen steigt, und obwohl die Ursache für eine ungewollte Kinderlosigkeit in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann liegt, ist die männliche Infertilität längst nicht ausreichend erforscht“, sagte der DGA-Sprecher Jann-Frederik Cremers.
Deshalb sei die Einrichtung des ersten SFB der DFG zur männlichen Infertilität ein großer Erfolg und wichtiger Auftakt, um interdisziplinäre Forschungsergebnisse zu Fertilitätsstörungen des Mannes zu generieren und die Versorgung unfruchtbarer Paare zu verbessern, so Cremers.
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