Neues Manual für die psychologische Versorgung von Intensivpatienten

Berlin – Die Einweisung und die Behandlung auf einer Intensivstation kann für Patienten und Angehörige zum traumatischen Erlebnis werden. Entsprechend wichtig sind psychologische Begleitung und Unterstützung durch qualifiziertes Personal. Ein neues Manual der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) bietet dafür jetzt entsprechende Leitplanken.
„Es ist unser Ziel, hiermit klare Strukturen in der bestehenden psychologischen Unterstützung zu schaffen“, sagte Anke Hierundar, Sprecherin der DIVI-Sektion Psychologische Versorgungsstrukturen.
Das neue Manual bündelt erprobte Techniken und Methoden sowie auch Hilfsmittel für die psychologische Betreuung auf Intensivstationen, soll Standards etablieren und die Qualität der psychologischen Intensivversorgung sicherstellen.
Zudem soll das Manual zur langfristigen Etablierung in die Regelversorgung beitragen. „Die meisten Kliniken realisieren, wie wichtig auch eine psychologische Begleitung im Rahmen der patientenorientierten Akutmedizin ist, auch wenn unsere Arbeit derzeit immer noch nicht abrechenbar ist“, so Hierundar.
Das DIVI-Manual behandelt Themen wie hypnotherapeutischen Intervention, Interventionen zur kognitiven Umstrukturierung, Emotionsregulation, Körperwahrnehmung, Entspannungstechniken, Interventionen zur Realitätsorientierung und Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT).
Einige Techniken wurden speziell für die Intensivmedizin adaptiert, da einige Patienten nur gering – teilweise lediglich fünf bis 15 Minuten – belastbar und andere eingeschränkt in ihrer Kommunikationsfähigkeit sind.
Für Angehörige werden Hilfsmittel wie das Intensivtagebuch erläutert. Die Angehörigenbegleitung nach einem Suizidversuch und die Trauertherapie finden ebenfalls ihren Platz im DIVI-Manual. Ein speziell auf die psychologische Tätigkeit im Intensivbereich ausgerichteter Dokumentationsbogen rundet das Manual ab.
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