„Never Events“ machen rund drei Prozent der Schadensfälle aus

Düsseldorf – 3,3 Prozent der bei dem Versicherungs-Unternehmen Relyens gemeldeten Schadensfälle sind „Never Events“ – also Behandlungsfehler, die nie hätten passieren dürfen. Das zeigt eine Auswertung des Unternehmens von mehr als 10.000 Schadensfällen. Die Fälle beziehen sich auf Ereignisse in Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland.
35 Prozent der „Never Events“ sind demnach auf vergessenes Material zurückzuführen, zum Beispiel auf eine nicht entfernte Sondenspritze oder ein zurückgelassenes OP-Tuch vor dem chirurgischen Wundverschluss. Auf die orthopädische Chirurgie entfielen 32 Prozent der Fälle. 84 Prozent aller „Never Events“ traten bei geplanten Eingriffen in einem vermeintlich sicheren Umfeld auf.
Das Unternehmen verwies darauf, dass die Definition von „Never Events“ international unklar ist. Aus Sicht des Versicherers sind es „unerwünschte, schwerwiegende und klar identifizierbare medizinische Fehler, die theoretisch vermeidbar sind, wenn die Sicherheitsempfehlungen angewendet werden. Sie können schwerwiegende Folgen für den Patienten haben, bis hin zum Tod.“
Den Angaben zufolge haben die unerwünschten Ereignisse teils zu schweren Schäden für die Patienten, Traumata für das Pflegepersonal und zu einem Vertrauensverlust in die betroffenen Einrichtungen geführt.
„Entgegen der vielverbreiteten Meinung sind sie nicht einfach das Ergebnis eines individuellen Fehlers oder mangelnder Kompetenz“, hieß es aus dem Unternehmen. Sie deckten vielmehr systemische Schwachstellen auf: eine inkonsistente Umsetzung von Protokollen, eine unzureichend verankerte Sicherheitskultur, nicht ausreichend geschultes Personal und zu seltenes Feedback.
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