Niedersachsen startet Netzwerk für homosexuelle Flüchtlinge
Hannover – Homosexuelle Flüchtlinge sollen künftig Hilfe dabei erhalten, sich frei von Diskriminierung in Niedersachsen zurechtzufinden. Ein vom Sozialministerium heute gestartetes Netzwerk solle als Ansprechpartner für Betroffene, Verwaltungen, Flüchtlingsunterkünfte und Selbsthilfeorganisationen dienen, teilte das Ministerium mit. Außerdem solle es Weiterbildungen anbieten.
Weil Homosexualität in vielen Herkunftsländern tabu sei und unter Strafe stehe, befänden Betroffene sich in der doppelt schwierigen Lage, sich als Flüchtling und mit der sexuellen Identität integrieren zu müssen, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD). So mancher verheimliche seine sexuelle Identität, um in Gemeinschaftsunterkünften nicht mit Ablehnung und Gewalt konfrontiert zu werden. Ein Baustein der Willkommenskultur in Niedersachsen sei, Flüchtlinge damit nicht allein zu lassen, meinte Rundt.
Vor diesem Hintergrund hatte die Stadt Hannover bereits erstmals in Niedersachsen eine separate Wohnung für homosexuelle Asylbewerber geschaffen. Dort könnten bis zu neun schutzbedürftige homosexuelle Männer untergebracht werden. Eine separate Unterbringung für schutzbedürftige homosexuelle Flüchtlinge gibt es unter anderem auch in Nürnberg und Berlin.
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