Niedrigere Referenzwerte für die Jodzufuhr

Bonn – Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) die Referenzwerte für die Jodzufuhr überarbeitet.
Der neue Referenzwert liegt bei 150 µg/Tag für Erwachsene. Bislang galten Werte von 200 µg/Tag für Erwachsene unter 51 Jahren und 180 µg/Tag für Erwachsene ab 51 Jahren.
Der Grund für die Senkung sind aber nicht neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die Jodmenge, die Menschen benötigen, sondern eine neue Systematik bei der Bestimmung von Referenzwerten.
Die bisher geltenden Werte hatten laut der DGE einen Zuschlag berücksichtigt, um die unzureichende Jodversorgung der Bevölkerung in Deutschland und Österreich zu verbessern.
Dies entspreche aber nicht mehr der wissenschaftlichen Vorgehensweise sowie der Zielsetzung der Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Der neue Wert orientiere sich am durchschnittlichen Bedarf und nicht mehr am Ausgleich eines möglichen Defizits der Bevölkerung.
Einen neuen Referenzwert gibt es auch für Säuglinge bis vier Monate. Er beträgt nun 80 µg/Tag – dies ist doppelt so hoch wie bisher. Diese Neubewertung basiert laut der DGE auf aktuellen Bilanzstudien und nicht wie zuvor nur auf dem Jodgehalt der Muttermilch.
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