Notfallversorgung an Klinik Bad Arolsen wird eingestellt

Bad Arolsen – Die Klinik Bad Arolsen wird zum Ende des ersten Quartals dieses Jahres die Intensiv- und Notfallversorgung einstellen. Sie will sich zunehmend auf die Versorgung älterer Menschen konzentrieren. Auch Rettungsdienstfahrten zu der Klinik im Kreis Waldeck-Frankenberg werden gänzlich eingestellt.
„Diese haben zuletzt ein so geringes Ausmaß angenommen, dass ein Weiterbetrieb der zentralen Notaufnahme nicht mehr bedarfsnotwendig ist“, heißt es auf der Homepage der Gesundheit Nordhessen Holding. Zunächst hatte hessenschau.de darüber berichtet.
Die Einstellung der Notfallversorgung werde in Abstimmung mit dem Land Hessen beendet. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, heißt es bei der Holding. Sie habe aber angesichts einer abnehmenden Zahl von Notfallpatienten und wegen Mangels an Fachpersonal getroffen werden müssen. Den betroffenen Mitarbeitern sollen andere Beschäftigungsangebote gemacht werden.
Im Zuge einer Spezialisierung werde die Altersmedizin ausgeweitet. „In den vergangenen Monaten wurden die bereits bestehende allgemeine Geriatrie und Alterstraumatologie um die Neurogeriatrie erweitert.“
Mit der Klinikreform soll in Deutschland eine bessere Bündelung von Leistungen und mehr Qualität in der Versorgung erreicht werden. Im Zuge der Reform dürfte das Klinik-Netz kleiner werden. In Hessen waren in den vergangenen Jahren bereits Kliniken oder Teile von Kliniken geschlossen worden.
„Auch im ländlichen Raum entscheiden Minuten über Leben und Tod. Längere Anfahrtswege zu weiter entfernten Kliniken gefährden menschliches Leben“, kritisierte die Linke in Hessen.
Bereits in den vergangenen Jahren seien in Bad Arolsen zentrale Versorgungsstrukturen abgebaut, darunter die Chirurgie und die Geburtshilfe. Die geplanten Einschnitte markieren aus Sicht der Linken einen gefährlichen Wendepunkt. Es bleibe ein spezialisiertes Fachkrankenhaus zurück, das akute Notfälle nicht mehr behandeln kann.
„Der Antrag des Krankenhausträgers auf Änderung des Versorgungsauftrags wurde am 4. Dezember 2025 im Landeskrankenhausauschuss beraten“, teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums mit. Ein Gutachten habe ergeben, dass die flächendeckende Notfallversorgung auch bei einer Schließung in Bad Arolsen gewährleistet sei.
Für die Bevölkerung in Bad Arolsen gebe es die Kreiskliniken in Wolfhagen, das Krankenhaus in Korbach, das Helios Klinikum Warburg sowie das St.-Marien-Hospital Marsberg, die alle wie vorgegeben in weniger als 30 Minuten zu erreichen sind. „Das Ministerium hat in dem Fall nach erfolgter Prüfung keine Grundlage, der Schließung entgegenzutreten.“ Aktuell gebe es in Hessen über 85 Krankenhausstandorte mit einer ausgewiesenen Notfallstufe.
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