Nur fünf Prozent der Patientenzimmer in Krankenhäusern klimatisiert

Berlin – Nur fünf Prozent der Patientenzimmer in deutschen Krankenhäusern sind klimatisiert. 59 Prozent der Kliniken können kein einziges und 41 Prozent im Mittel nur elf Prozent ihrer Patientenzimmer kühlen. Das ergab eine heute veröffentlichte Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts zum Hitzeschutz im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG).
Bei Hitze herrschten fast überall in deutschen Krankenhäusern inakzeptable Zustände, sagte DKG-Chef Gerald Gaß. Die Räume heizten sich auf, Menschen hätten keine andere Wahl, als in ihren Betten zu schwitzen. Auch die Beschäftigten müssten bei Höchsttemperaturen volle Leistung bringen.
Ursache dafür ist aus Sicht der DKG die seit Jahrzehnten unzureichende Investitionskostenfinanzierung der Länder. „Obwohl sie gesetzlich verpflichtet sind, die tatsächlich anfallenden Kosten für zum Beispiel Bauten und technische Infrastruktur zu tragen, sind derzeit gerade 60 Prozent davon gedeckt“, so Gaß.
Hitzeschutz beschränke sich noch immer hauptsächlich auf geschlossene Vorhänge und den Hinweis, viel zu trinken. „Es ist traurig, dass es erst mehr als zehntausend Hitzetote brauchte, bis die Politik das Problem überhaupt auf die Tagesordnung genommen hat“, kritisierte der DKG-Vorsitzende.
Die Krankenhausgesellschaft forderte angesichts dieser Zahlen entschiedenes Handeln, um die Krankenhäuser bis zum Sommer 2027 in die Lage zu versetzen, ihre Gebäude zügig mit Kühltechnik nachzurüsten. Für viele Patienten sei die Hitze lebensgefährlich. Daher bestehe in Krankenhäusern besonderer Handlungsbedarf, ebenso wie in Pflegeeinrichtungen.
Der Umfrage zufolge verzeichnete darüber hinaus mehr als die Hälfte der Kliniken während der Hitzeperioden 2026 mehr Patienten als üblich. In rund einem Drittel der Kliniken nahm die Inanspruchnahme auf den Stationen und in den Ambulanzen zu.
Rund ein Drittel (32 Prozent) gab zudem an, dass während der Hitzeperioden mehr Beschäftigte krankheitsbedingt ausfielen als sonst üblich. Dies verschärfe die Versorgungssituation zusätzlich. Die Blitzumfrage erfolgte vom 10. bis 14. August 2026. An der Befragung beteiligten sich bundesweit 458 Einrichtungen.
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