Vermischtes

Organvergabe: Patientenakten in Hamburg beschlagnahmt

  • Donnerstag, 4. Mai 2017

Hamburg – Nach Unregelmäßigkeiten in den Behandlungsunterlagen von Transplanta­ti­ons­patienten im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat die Hamburger Staatsanwaltschaft sieben Patientenakten be­schlagnahmt, die jahrelang als verschwun­den galten. Nach Informationen des Radio­sen­ders NDR 90,3 wurden sie – wie aus einer Antwort des Hamburger Senats auf eine An­fra­ge der FDP-Fraktion hervorgehe – in der Lungenklinik Großhansdorf gefunden, die bei Lungentransplantationen mit dem UKE zu­sammenarbeitet. Die Akten werden jetzt von der Staatsanwaltschaft ausge­wertet.

Die Prüfungs- und Überwachungskommission von GKV-Spitzenverband, Krankenhaus­ge­sellschaft und Bundesärztekammer hatte im Oktober 2016 Unregelmäßigkeiten im UKE beanstandet, die zum Teil relevant seien für die Vergabe von Spendeorganen. In 14 von 25 Fällen zwischen 2010 und 2012 beanstandete die Kommission Unregelmäßigkeiten. Sieben Patientenakten der Klinik Großhansdorf waren nicht mehr auffindbar. Das UKE hatte im November 2016 Übertragungsfehler bei der Weitergabe von Patienten­daten eingeräumt. Die Organvergabe sei dadurch aber nicht beeinflusst worden.

dpa

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