Organvergabe: Patientenakten in Hamburg beschlagnahmt
Hamburg – Nach Unregelmäßigkeiten in den Behandlungsunterlagen von Transplantationspatienten im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat die Hamburger Staatsanwaltschaft sieben Patientenakten beschlagnahmt, die jahrelang als verschwunden galten. Nach Informationen des Radiosenders NDR 90,3 wurden sie – wie aus einer Antwort des Hamburger Senats auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervorgehe – in der Lungenklinik Großhansdorf gefunden, die bei Lungentransplantationen mit dem UKE zusammenarbeitet. Die Akten werden jetzt von der Staatsanwaltschaft ausgewertet.
Die Prüfungs- und Überwachungskommission von GKV-Spitzenverband, Krankenhausgesellschaft und Bundesärztekammer hatte im Oktober 2016 Unregelmäßigkeiten im UKE beanstandet, die zum Teil relevant seien für die Vergabe von Spendeorganen. In 14 von 25 Fällen zwischen 2010 und 2012 beanstandete die Kommission Unregelmäßigkeiten. Sieben Patientenakten der Klinik Großhansdorf waren nicht mehr auffindbar. Das UKE hatte im November 2016 Übertragungsfehler bei der Weitergabe von Patientendaten eingeräumt. Die Organvergabe sei dadurch aber nicht beeinflusst worden.
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