Ärzteschaft

Orthopäden plädieren für Ticketsystem in der Notfallversorgung

  • Dienstag, 3. Februar 2026
/picture alliance, SULUPRESS.DE, Torsten Sukrow
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Berlin – Ein Ticketsystem zur Patientensteuerung in der Notfallmedizin schlagen die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) vor.

Demnach sollen nur Patienten, bei denen eine digitale oder telefonische Ersteinschätzung einen akuten Behandlungsbedarf ergeben hat, ein solches „Ticket für die Notaufnahme“ erhalten. Wer hingegen ohne vorherige Einschätzung eine Notaufnahme oder Notfallambulanz aufsucht, sollte künftig eine Selbstzahlergebühr entrichten.

„Notfallstrukturen müssen für diejenigen offenstehen, die medizinische Hilfe dringend benötigen – schnell und kostenfrei“, sagte DGOU-Generalsekretär Bernd Kladny. „Ohne Verbindlichkeit und Konsequenzen bleibt Patientensteuerung wirkungslos“, ergänzte Burkhard Lembeck, Präsident des BVOU.

Der Handlungsdruck ist groß: Im Jahr 2024 wurden in Deutschland laut den beiden Verbänden rund 13 Millionen ambulante Notaufnahmefälle gezählt.

„Schätzungen zufolge sind bis zu 39 Prozent davon medizinisch nicht dringend, viele dieser Beschwerden könnten ambulant versorgt werden“, sagte Sascha Flohé, stellvertretender DGOU-Generalsekretär und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU).

Dies führe dazu, dass ungesteuerte Bagatellfälle die Notfallversorgung blockierten. „Ohne verbindliche Steuerung wird es nicht zu einer wirksamen Umsetzung der Reform kommen“, betonte er.

Das vorgeschlagene Ticketsystem sollte laut DGOU und BVOU eine verbindliche Ersteinschätzung ergänzen. Diese Ersteinschätzung sollte digital oder telefonisch über eine Leitstelle erfolgen und zwar vor dem Aufsuchen von zentralen Notaufnahmen oder ambulanten Notfallzentren.

„Wer dringend medizinische Hilfe braucht, darf nicht in der Warteschlange für Bagatellfälle stehen. Eine strukturierte Ersteinschätzung mit Ticketsystem schafft Verlässlichkeit für Patientinnen und Patienten ebenso wie für das medizinische Personal“, sagte Matthias Träger, Vorstandsmitglied des BVOU und Notfallbeauftragter der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV).

hil

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