Vermischtes

Krankenhäuser in Silvesternächten durch Feuerwerksverletzungen stark belastet

  • Dienstag, 30. Dezember 2025
/InfinitumProdux, stock.adobe.com
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Berlin – Die Krankenhäuser in Deutschland sind in Silvesternächten durch feuerwerksbedingte Verletzungen besonders stark belastet. Das zeigt eine Datenauswertung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Danach lag die Zahl der besonders schwer Verletzten in der vergangenen Silvesternacht um das Vierfache über dem Jahresdurchschnitt.

Die DKG hat für die Übersicht die Häufigkeit der Kodierungen „ICD W49.9“ am Neujahrstag ausgewertet. Diese ICD steht für „Unfall durch Exposition gegenüber mechanischen Kräften unbelebter Objekte“ und ist typisch für Unfälle mit Feuerwerk, zum Beispiel amputierte Finger oder Augenverletzungen. Die Daten betreffen ausschließlich stationär aufgenommene Patientinnen und Patienten. 

Im Jahr 2024 betrug die Gesamtfallzahl der ICD W49.9 9.413 und ist damit im Vergleich zum Vorjahr (9.677) leicht gesunken. Der Durchschnitt lag bei 25,8 Fällen täglich. In der Neujahrsnacht registrierten die Krankenhäuser aber sprunghaft angestiegene Fallzahlen. Am 1. Januar 2025 wurden bundesweit 100 Schwerverletzte stationär aufgenommen, also die vierfache Zahl. Sechs von ihnen waren Kinder bis neun Jahre.

Am 1. Januar 2021, unter dem pandemiebedingten Böllerverbot, wurden laut der DKG lediglich 32 Personen mit der Diagnose W49.9 in einem Krankenhaus stationär aufgenommen.

„Die jährliche Silvesterfeier bleibt eine Herausforderung für die Krankenhäuser und deren Notaufnahmen. Raketen und Böller in dicht besiedelten Wohnvierteln, wie wir es leider zunehmend in den Zentren der Großstädte erleben, sind natürlich ein No-Go, das sollte schon der gesunde Menschenverstand vorgeben“, sagte der Vorstandsvorsitzende der DKG, Gerald Gaß.

Die DKG weist darauf hin, dass es sich bei diesen Zahlen nur um die Spitze des Eisbergs handle: Der weitaus überwiegende Teil der feuerwerksbedingten Verletzungen werde in den Notaufnahmen der Kliniken oder im niedergelassenen Bereich ambulant behandelt. 

hil

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