Medizin

Osteoporose­prophylaxe: Nicht alle Milchprodukte sind geeignet

  • Montag, 4. Februar 2013
Uploaded: 04.02.2013 15:07:43 by mis
dpa

Boston – Nicht alle Milchprodukte sind für die Osteoporoseprophylaxe gleich gut geeig­net. Das berichtet eine Forschungsgruppe am Institute for Aging Research an der Harvard Medical School. Die Wissenschaftler um Shivani Sahni veröffentlichten ihre Ergebnisse in Archives of Osteoporosis (doi 10.1007/s11657-013-0119-2).

In Deutschland leiden rund 7,8 Millionen Patienten an Osteoporose. Neben Bewegung und medikamentöser Therapie empfiehlt der Dachverband Osteologie momentan eine tägliche Calciumzufuhr von 1.000 mg. Diese Menge ist in einem Liter Milch oder 100 bis 200 Gramm Schnittkäse enthalten. Das außerdem empfohlene Vitamin D ist auch in geringen Mengen in diesen Produkten enthalten.

Grundlage der Studie war eine Befragung von 3.112 Probanden zu ihren Ernährungs­gewohnheiten. Die Forscher verglichen den Konsum von unterschiedlichen Milch­produkten und Ergebnisse einer Knochendichtemessung von Trochanter Major, Ober­schenkelhals und Wirbelsäule. Es folgte außerdem eine zwölfjährige Verlaufsuntersuchung auf Hüftfrakturen.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass der Konsum von Milch und Joghurt eine positive Wirkung auf die Knochendichte hatte. Hierbei schien Milch vor allem positiv auf die Knochendichte der Hüftgelenksknochen zu wirken, während der Joghurtkonsum positive Effekte auf die Knochendichte vom Trochanter Major aufwies. Für Sahne und Käse konnten die Forscher keine protektive Wirkung feststellen. Insbesondere der Sahnekonsum schien eher negativ mit der Knochendichte korreliert zu sein.

Diese Ergebnisse sprechen laut den Wissenschaftlern dafür, dass es auf die Art der konsumierten Milchprodukte ankommt. Es seien aber auf Grundlage der Resultate noch keine abschließenden Aussagen zulässig. Insbesondere die Rolle von Käse, welcher sehr unterschiedliche Fett- und Salzanteile haben könne, gelte es weiter zu untersuchen.

hil

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