Politik

Packungsgrößen für Schmerzmittel sollen begrenzt werden

  • Dienstag, 26. Juni 2012
Uploaded: 26.06.2012 17:42:37 by mis
dpa

Köln – Die Packungsgrößen bei Schmerzmitteln im freien Verkauf sollen beschränkt werden. Das hat der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in seiner heutigen Sitzung gefordert.

Apothekenkunden ohne Rezept sollen von den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Diclo­fenac, Ibuprofen und Naproxen künftig nur noch die Menge von höchsten vier maximalen Tagesdosen erhalten. Größere Packungen sollen verschreibungspflichtig werden.

BfArM-Präsident Walter Schwerdtfeger begrüßte das Votum des Ausschusses als wichtigen Beitrag zur Stärkung des Verbraucherschutzes. „Für uns als Überwachungs­behörde steht außer Frage, dass eine übermäßige Anwendung von Schmerzmitteln im Einzelfall schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann“, sagte Schwerdtfeger. Das habe die Auswertung wissenschaftlicher Studien ergeben.

Risiken bestünden vor allem dann, wenn Schmerzmittel ohne ärztliche Kontrolle über mehr als vier Tage eingenommen werden. „Vielen Patienten sind diese Risiken aber nicht ausreichend bewusst“, betonte der BfArM-Präsident.

Für Analgetika gibt es bereits Regelungen bezüglich der Verschreibungspflicht. So sind beispielsweise Ibuprofen und Diclofenac in hohen Dosierungen nur mit Rezept erhältlich. Allerdings sind die Vorgaben bisher nicht einheitlich.

Nach Angaben des BfArM muss nun das Bundesgesundheitsministerium die Empfehlung prüfen. Auf der Tagesordnung des Sachverständigenausschusses, in dem unter anderem Vertreter der Ärzte, Apotheker und Industrie sowie unabhängige Experten sitzen, stand auch ein Antrag, Mittel mit dem Wirkstoff Paracetamol verschreibungs­pflichtig zu machen. Die Entscheidung stand am Dienstagnachmittag zunächst noch aus.

Bei Paracetamol gibt es bereits eine Obergrenze. Wegen seiner leberschädigenden Wirkung ist die rezeptfrei erhältliche Menge auf zehn Gramm beschränkt.

BH/afp

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