Politik

Patienten ist Qualität bei der Krankenhauswahl wichtiger als Nähe

  • Freitag, 4. April 2014

Berlin – Mehr als 40 Prozent der Deutschen würden mehr als 50 Kilometer bis zu der Klinik fahren, die ihren Vorstellungen entspricht. Gut jeder sechste würde sogar Wegstrecken von mehr als 100 Kilometern in Kauf nehmen. Nur jeder Zwölfte würde sich grundsätzlich im nächstgelegenen Haus behandeln lassen. Das berichtet die Wirtschafts­prüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) nach einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage.

„Die Umfrageergebnisse sind nicht nur für die Kliniken, sondern auch für die Politik relevant. So ist die wohnortnahe Versorgung zumindest jenseits der Akutmedizin für die Bürger offenbar weniger relevant als oft angenommen“, sagte Michael Burkhart, PwC-Partner und Leiter des Bereichs Gesundheitswesen. Dies eröffne Potenziale für die Zusammenlegung von Kapazitäten und die weitere fachliche Spezialisierung. Auch die Krankenhäuser sollten sich laut PwC diesem Trend nicht verschließen – „die Behand­lungs- und Versorgungsqualität in den Kliniken wird dank Online-Bewertungsportalen und Social Media künftig noch transparenter für die Patienten werden und die Klinikwahl noch stärker beeinflussen als heute“, betonte Burkhart.

Das allgemein beste Image genießen bei den Befragten die Universitätskliniken. Fast 60 Prozent der Deutschen sprechen den Forschungs- und Lehrkrankenhäusern die höchsten Qualitätsstandards zu. An zweiter Stelle im Ranking folgen Krankenhäuser in privater Trägerschaft, gefolgt von kommunalen und kirchlichen Kliniken. Bei der Krankenhauswahl allerdings ist die Trägerschaft nur drei von hundert Deutschen wichtig. „Vielmehr sind hohe Hygienestandards, eine kompetente ärztliche Versorgung und gute pflegerische Betreuung die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl einer Klinik“, so Burkhart.

hil

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