Ärzteschaft

Patientenleitlinie zum Long- und Post-COVID-Syndrom aktualisiert

  • Mittwoch, 8. Februar 2023
/ pilli, stock.adobe.com
/ pilli, stock.adobe.com

Berlin – Fünf bis zehn Prozent aller Coronainfizierten in Deutschland leiden unter anhaltendem Husten, Atem­not und sind oft erschöpft. Häufig treten auch Kreislauf-, Denk-, Schlaf- und Konzentrations­schwierig­keiten auf, verbunden mit Stimmungsschwankungen.

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hat jetzt zusammen mit anderen Gesellschaften und Verbänden eine aktualisierte Patientenleitlinie zu dem Long/Post-COVID-Syndrom vorge­stellt.

„Wir beantworten in verständlicher Sprache die wichtigsten Fragen zu den wesentlichen Beschwerden, ihren potenziellen Ursachen und den möglichen Therapieansätzen. Unser Ziel ist, den Behandlungsprozess deutlich zu verbessern“, sagte der Koordinator der Patientenleitlinie, Christian Gogoll. Basis der Patientenleitlinie ist die ärztliche „S1-Leitlinie Long-/Post-COVID“.

„Wir verwenden Long COVID, um Anzeichen und Symptome zu beschreiben, die mehr als vier Wochen nach der akuten COVID-19 bestehen. Post COVID beschreibt das Krankheitsbild ab der zwölften Woche nach der ur­sprüng­lichen Infektion“, definieren die Autoren in der Leitlinie.

Unter Long und Post COVID leiden nach aktuellen Erkenntnissen überwiegend junge Erwachsene – Frauen etwas häufiger als Männer. Es können jedoch auch Kinder und ältere Erwachsene erkranken.

„Wenn Beschwer­den nach überstandener COVID-19-Erkrankung anhalten oder neu auftreten, sollte unbedingt der eigene Hausarzt oder die Hausärztin für eine erste Einschätzung hinzugezogen werden. Keiner sollte sich scheuen, anschließend auch einen spezialisierten Facharzt aufzusuchen“, erklärte Gogoll, Pneumologe an der Evangelischen Lungenklinik in Berlin-Buch.

Noch ist laut der Autorengruppe der Patientenleitlinie weitgehend unbekannt, wie es zu diesen Symptomen kommt, auch spezialisierte Medikamente stehen nicht zur Verfügung. Aber die Symptome lassen sich bei einem Großteil der Erkrankten behandeln und verbessern sich häufig.

Die Leitlinie erklärt Betroffenen, wie Übungen in Eigenregie, aber auch Physio- und Ergotherapie helfen kön­nen. Außerdem enthält sie konkrete Ernährungsempfehlungen. Tipps geben die Autoren zudem für die Suche nach einer passenden Selbsthilfegruppe und nach Ärzten, die sich mit dem Post-COVID-Syndrom gut aus­kennen.

Unter den 32 Autoren der Patientenleitlinie sind Ärzte sowie Therapeuten und zum Teil selbst betroffene Er­wachsene sowie Eltern von betroffenen Kindern und Jugendlichen. Unterstützt wird die Leitlinienarbeit von 25 medizinischen Fachgesellschaften und vier Betroffenenorganisationen.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung