Pflege und ärztliche Versorgung Themen bei Koalitionsgesprächen in Brandenburg

Brandenburg – In der heißen Phase der Koalitionsverhandlungen will sich Rot-Schwarz-Grün auf einen höheren Mindestlohn bei öffentlichen Aufträgen in Brandenburg verständigen. Die Grünen stellen die Themen Pflege und Gesundheitsversorgung ganz oben auf die Tagesordnung.
Eine künftige Regierungskoalition aus SPD, CDU und Grünen will den Mindestlohn bei öffentlichen Aufträgen in Brandenburg auf 13 Euro anheben. „Wir sind uns da weitestgehend einig“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) vor Beginn der Koalitionsverhandlungen von Rot-Schwarz-Grün zu den Themen Arbeit, Gesundheit und Soziales heute in Potsdam.
„Dies ist auch ein Signal an den Bund, beim Mindestlohn weiterzugehen.“ Allerdings müsse der bürokratische Aufwand für die Kommunen bei der Vergabe von Aufträgen beachtet werden, betonte Woidke. Zudem sollen die Unternehmen auf die Zahlung von Tariflöhnen verpflichtet werden. Derzeit liegt der Vergabemindestlohn in Brandenburg bei 10,50 Euro und bundesweit bei 9,19 Euro.
„Wir wollen diesen Vergabemindestlohn und wir wollen auch die Tariftreue“, sagte auch der kommissarische CDU-Landeschef Michael Stübgen. Allerdings müsse sehr darauf geachtet werden, dass Kleinunternehmer nicht zu sehr belastet würden.
Daher sei es eine entscheidende Frage, ab welchem Auftragsvolumen diese Regelungen greifen sollten. Derzeit liegt die Grenze in Brandenburg bei 3.000 Euro. Auch bei den Grünen gibt es positive Signale für die Anhebung des Mindestlohns und die Tariftreueklausel.
Grünen-Fraktionschefin Ursula Nonnemacher erklärte zudem, das Thema Pflege werde bei den Verhandlungen im Mittelpunkt stehen. „Wir haben in Brandenburg sehr viele Menschen im hohen Alter und wir haben jetzt schon massive Probleme bei der Fachkräftegewinnung“, sagte Nonnemacher.
An den Bund gehe die Forderung, die Pflegekosten zu deckeln, betonte sie. „Wir haben seit vielen Monaten das massive Problem, dass Angehörige und Pflegebedürftige durch Tarifsteigerungen und andere Kostensteigerungen einen immer höheren Eigenanteil zu zahlen haben und daher ist so ein Appell ein sehr wichtiger.“
Ein weiteres wichtiges Thema sei die gesundheitliche Versorgung in der Fläche des Landes, sagte Nonnemacher. Die Grünen träten zwar grundsätzlich dafür ein, alle Krankenhausstandorte zu erhalten.
„Aber man wird manche Standorte weiterentwickeln müssen zu ambulant-stationären Zentren“, meinte die Grünen-Fraktionschefin. In solchen Gesundheitszentren sollen Ärzte in den ländlichen Regionen auch ambulante Versorgung anbieten.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: