Pflegekammer fordert Landesrahmenvereinbarung für ambulante Intensivpflege
Mainz – Für die Versorgung von Schwerstkranken im häuslichen Umfeld muss es nach Einschätzung der Pflegekammer Rheinland-Pfalz dringend eine eigene Landesrahmenvereinbarung geben. In einer solchen Vereinbarung zur ambulanten Intensivpflege müssten Sozialministerium, Kostenträger und Pflegedienste einen Satz festlegen, der nicht unterschritten werden dürfe, forderte der Präsident der Pflegekammer, Markus Mai, heute in Mainz.
Dieser Stundensatz müsse deutlich über 35 Euro liegen, sonst sei die Versorgung nicht aufrechtzuerhalten. „Schlechte Pflege akzeptieren wir da nicht, dann lieber gar keine Pflege“, sagte Mai. In einigen Regionen wie im Raum Trier und in der Eifel sei die Versorgungssituation in der ambulanten Intensivpflege bereits kritisch, sagte Mai vor dem Pflegetag Rheinland-Pfalz, zu dem morgen in Mainz 1.400 Teilnehmer erwartet werden. Ursache sei neben der finanziellen Ausstattung auch der Mangel an geeigneten Pflegefachkräften für diese besondere Aufgabe.
Als Vertretung von 39.500 Pflegefachpersonen sprach sich die Pflegekammer für einen Runden Tisch zur ambulanten Intensivpflege aus. In diesem besonders sensiblen Betätigungsfeld erfordere der Umgang mit Hochrisikopatienten ein vertrauensvolles Miteinander.
Besorgt äußerte sich Mai über Medienberichte zu betrügerischen Diensten in der ambulanten Intensivpflege, etwa in Bayern. Nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks setzen Pflegedienste unqualifiziertes Personal ein, rechnen aber Intensivfachkräfte ab, für die sie von den Kassen viel Geld erhalten.
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