Politik

Pflegekräftemangel durch Kombination unterschiedlicher Ansätze abschwächen

  • Donnerstag, 6. Dezember 2012

Bonn – Gegen den zunehmenden Pflegekräftemangel kann nur eine Kombination unterschiedlicher Ansätze helfen. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Bundes­institutes für Berufsbildung (BIBB). Demnach  gilt es, qualifizierte Pflegekräfte stärker zu aktivieren, Pflegeberufe für den Nachwuchs attraktiver zu machen sowie geregelte Anwerbe- und Anerkennungsverfahren für qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland zu etablieren.  Den Vorschlag der Europäischen Union, den Zugang zu Pflegeberufen erst nach einer 12jährigen Schulausbildung zu ermöglichen, hält das BIBB dagegen für kontraproduktiv und lehnt ihn als „Irrweg“ ab.

Laut BIBB-Analyse haben in Deutschland rund 178.000 Personen zwischen 15 und 59 Jahren zwar eine mindestens einjährige Pflegeausbildung absolviert, nehmen jedoch nicht am Erwerbsleben teil. Das Institut geht davon aus, dass ein Teil dieser Personen durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf wieder am Erwerbsleben beteiligt werden könnte. Dazu gehöre beispielsweise eine  flächendeckende Versorgung mit Kinderbetreuungsstätten. Immerhin liegt der Anteil der weiblichen Pflegefachkräfte laut Statistischem Bundesamt bei rund 84 Prozent.

Zusätzlich gelte es, Jugendliche für eine Ausbildung in den Pflegeberufen zu gewinnen sowie weiterhin bestehende Engpässe über qualifikationsspezifische Zuwanderung zu steuern. Geregelte Anwerbe- und Anerkennungsverfahren könnten die Chance erhöhen, dass qualifizierte Pflegefachkräfte den Weg nach Deutschland finden.

Derzeit haben rund sechs Prozent der in Deutschland tätigen ausgebildeten Pflegefach­kräfte hätten ihren Abschluss im Ausland erworben, der Anteil an ausgebildeten Pflege­fachkräften unter den nach Deutschland zugewanderten Arbeitsmigranten liegt mit  4,1 Prozent sogar leicht über dem von Personen mit deutschem Berufsabschluss (3,8 Prozent).

Demnach profitiere der deutsche Arbeitsmarkt in den Pflegeberufen schon heute von qualifizierter Zuwanderung. Allerdings sei die Gesamtzahl der mit Berufsabschluss zugewanderten Pflegefachkräfte mit hochgerechnet rund 70.000 Personen noch relativ gering.

hil

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