Pharmafirmen wachsen schneller als die Gesamtwirtschaft

Köln – Das Wachstum von sieben in Deutschland ansässigen Pharmafirmen lag in den Jahren 2005 bis 2010 oberhalb des deutschen Wirtschaftswachstums. Das geht aus einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) hervor, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Danach stieg die direkte Bruttowertschöpfung der sieben Unternehmen, also der Gesamtwert der im Produktionsprozess erzeugten Waren und Dienstleistungen, im betrachteten Zeitraum um 6,6 Prozent. Die Bruttowertschöpfung der gesamten deutschen Wirtschaft stieg hingegen um 2,2 Prozent.
„Ein Großteil der erzielten Bruttowertschöpfung ist auf die Exportstärke der ausgewählten Unternehmen zurückzuführen“, heißt es in der WifOR-Studie. „Die Exportquote lag von 2005 bis 2010 durchschnittliche bei 74,1 Prozent und damit um 29,2 Prozentpunkte höher als im Verarbeitenden Gewerbe.“ Für Forschung und Entwicklung gaben die Arzneimittelhersteller der Studie zufolge im Durchschnitt 1,9 Milliarden Euro pro Jahr aus. Im Jahr 2009 seien dies 9,1 Prozent der innerbetrieblichen Ausgaben gewesen.
Für die Studie wurden die Daten der Pharmafirmen Bayer, Boehringer Ingelheim, Fresenius, Grünenthal, Roche, Sanofi-Aventis sowie Unternehmensteile von Merck untersucht. Welchen Einfluss das im Jahr 2011 in Kraft getretene Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) auf die Unternehmensentwicklung hatte, zeigt die Studie nicht, da nach BDI-Angaben nur Daten bis zum Jahr 2010 vorlagen.
Zusätzlich zu der Studie wurde am Montag auch das Strategische Programm des BDI-Ausschusses für Gesundheitswirtschaft vorgestellt. „Der Gesundheitssektor entwickelt sich zu einem der wichtigsten Zukunftsmärkte“, heißt es darin. Globale Megatrends wie die demografische Entwicklung, die steigende Nachfrage nach Gesundheitsprodukten und –dienstleistungen sowie der wissenschaftliche Fortschritt beeinflussten die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Menschen. „Deutschland soll von dieser Entwicklung überproportional profitieren“, so der BDI.
Voraussetzung für den Aufstieg Deutschlands zum Zentrum der Gesundheitswirtschaft sei jedoch eine zukunftsorientierte Gesundheitsversorgung in einem nach den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft organisierten Gesundheitssystem. Konkret fordert der BDI, das Gesundheitssystem zu deregulieren, den Wettbewerb zu fördern, die Förderung von Forschung zu modernisieren und eine rasche und umfassende Anwendung von Innovationen zum Nutzen der Patienten sicherzustellen.
„Innovationen müssen anerkannt und angemessen honoriert werden“, heißt es in dem BDI-Papier. Dabei führten auch schrittweise Fortschritte auf mittlere Sicht zu großen Verbesserungen in der Versorgung.
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