Polizei-Schießstände: Kein Beweis für Erkrankungen durch Schadstoffe

Berlin – In der Affäre um schadstoffbelastete Schießstände der Berliner Polizei gibt es keinen belegten Zusammenhang zwischen der Arbeit in maroden Schießständen und späteren Erkrankungen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Charité Universitätsklinik, die heute im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses vorgestellt wurde.
453 Schießtrainer und Mitglieder von Spezialeinsatzkommandos erhalten trotzdem insgesamt 3,3 Millionen Euro Entschädigungen. Die Zahlungen liegen zwischen 3.000 und 80.000 Euro. Ein Vertreter der Betroffenen kritisierte die Ablehnung vieler weiterer Anträge und forderte Entschädigung für mehr Polizisten.
„Ein kausaler Zusammenhang ist medizinisch nicht nachweisbar“, sagte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD). Er verstehe die Sorge und Erwartungshaltung der Betroffenen. „Wir können aber nicht Wissen durch Glauben ersetzen.“ Um die Polizisten nicht alleine zu lassen, habe man aber den Ausgleichsfonds aufgelegt.
„Wir haben keine Hinweise gefunden, dass es durch Expositionen zu langfristigen Störungen kam“, sagte Karl Max Einhäupl, Vorstandschef der Charité. Das häufige Schießen habe zu einer Belastung der Atemwege geführt, das sei aber nicht krankheitsrelevant.
Eine weitere Vertreterin der Charité sprach über den Vergleich von drei Gruppen: Polizisten, die viel und selten schossen sowie von Nicht-Schießern. Bei der Messung der Lungenfunktionen habe keine der Gruppen krankhafte Werte gezeigt.
Die betroffenen Trainer und Polizisten hatten viel Zeit in den Schießständen verbracht und immer wieder kritisiert, dass die Luft dort schädlich oder giftig sei. Das soll an giftigen Pulverdampf in der Luft, schlechten Lüftungsanlagen und Asbest in Dämmstoffen gelegen haben.
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