Praktische Arbeit am Transplantationsregister beginnt

Leipzig – Im Januar wurde das Unternehmen „Gesundheitsforen“ von Bundesärztekammer, GKV-Spitzenverband und Deutscher Krankenhausgesellschaft beauftragt, ein deutsches Transplantationsregister aufzubauen und zu betreiben. Nun hat die praktische Arbeit begonnen, wie Martin Grohmann, Geschäftsstellenleiter und Leiter des Bereichs Medizin und Versorgung bei den Gesundheitsforen, dem Deutschen Ärzteblatt auf Nachfrage sagte. Die bisherige Zeit habe man für Workshops, Sondierung der Datenlage und Definition der Ziele genutzt.
Das nationale Transplantationsregister hatte der Bundestag mit Wirkung zum 1. November 2016 beschlossen. Es soll unter anderem das Vertrauen der Bevölkerung in die Organspende und die Datenbasis für die transplantationsmedizinische Versorgung und Forschung verbessern. Bis März 2019 soll der Aufbau erfolgt sein, ab Mai 2019 mit den Altdaten aus den Jahren 2006 bis 2016 befüllt und ab 2019 jährlich mit Neudaten angereichert werden. Die Umsetzung des Transplantationsregisters wird vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) mit begleitet. Parallel erfolgt der Aufbau einer pseudonymisierten Datenbank für neue Transplantationen.
Mit dem nationalen Transplantationsregister werden den Angaben von Gesundheitsforen zufolge erstmals Daten von verstorbenen Organspendern, Organempfängern und Lebendspendern zusammengefasst und miteinander verknüpft. Das Register soll langfristig unter anderem dazu beitragen, die Wartelistenkriterien sowie die Verteilung der Spenderorgane weiterzuentwickeln. Es soll fundierte Informationen darüber liefern, zu welchem Organempfänger ein Spenderorgan am ehesten passt.
Zudem sollen Daten für wissenschaftliche Forschungszwecke in der Transplantationsmedizin nutzbar gemacht werden. Die Daten der Organempfänger und der lebenden Organspender werden nur mit Einwilligung der Patienten an das Transplantationsregister übermittelt. Das Transplantationsregister wird unter der Aufsicht der Bundesbeauftragten für den Datenschutz (BfDI) stehen.
Die Organspende in Deutschland steht nach wie vor auf einem Tiefpunkt. In der Politik und Gesellschaft wurde zuletzt erneut über die Widerspruchslösung als neues Instrument diskutiert, um die Spenderzahlen zu erhöhen. Viele Menschen stehen der Spende aufgeschlossen gegenüber, haben sich aber nicht aktiv für einen Organspenderausweis entschieden.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: