Ärzteschaft

Primärversorgung als interprofessionelle Aufgabe

  • Montag, 9. März 2026
/Liudmila Dutko, stock.adobe.com
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Berlin – Das geplante Primärversorgungssystem sollte laut der Deutschen Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen (DGIV) nicht ausschließlich als „Primärarzt- oder Primärärztinnen-Modell“ gedacht werden.

Tatsächlich geht es uns um eine bessere Koordination der Versorgung insgesamt – also um klare Zugangsstrukturen, interprofessionelle Teams und eine systematische Steuerung der Patientenwege“, sagte Corinna Beutel aus dem Vorstand der DGIV bei der Vorstellung eines Positionspapiers zum Thema.

Die Primärversorgung ist danach eine interprofessionelle Aufgabe, bei der verschiedene Gesundheitsberufe gemeinsam Verantwortung für den ersten Zugang zur Versorgung übernehmen. 

Entscheidend sei eine digitale Ersteinschätzung, die unabhängig vom gewählten Zugangsweg nach einheitlichen Standards erfolgt und Patienten nach denselben Kriterien in die passende Versorgungsebene steuert. Ergänzend schlägt das Papier vor, verfügbare Behandlungskapazitäten stärker zu bündeln und in einen gemeinsamen Terminpool zu überführen, um eine koordinierte Terminvergabe zu ermöglichen.

Neben der Strukturierung des Zugangs zur Versorgung betont der DGIV-Vorstand in seinem Papier die Bedeutung einer strukturierten Behandlungskontinuität. Klare und verbindliche Übergänge in die fachärztliche Weiterbehandlung sollten sicherstellen, dass Patienten auch bei komplexeren Krankheitsverläufen koordiniert durch verschiedene Versorgungsebenen begleitet werden. Die freie Arztwahl sollte dabei grundsätzlich erhalten bleiben, hieß es aus der DGIV.

Die Gesellschaft betont darüber hinaus die Bedeutung regionaler Gestaltungsspielräume. „Unterschiedliche Versorgungsrealitäten in Ballungsräumen und ländlichen Regionen erfordern flexible Modelle der Primärversorgung“, so Beutel. Eine zentrale Rolle komme dabei den Kassenärztlichen Vereinigungen zu, die im Rahmen ihres Sicherstellungsauftrags maßgeblich an der regionalen Versorgungsplanung beteiligt seien.  

„Es geht nicht darum, Zugänge zu beschränken, sondern Versorgung besser zu koordinieren. Eine gut organisierte Primär- und Anschlussversorgung kann dazu beitragen, Ressourcen gezielter einzusetzen und gleichzeitig die Versorgungsqualität zu verbessern“, betonte Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der DGIV. 

hil

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