Prognose: 1.000 Hausärzte fehlen Niedersachsen bis 2030

Hannover – In Niedersachsen könnten einer Prognose der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) zufolge in zehn Jahren rund 1.000 Hausärzte fehlen – vor allem auf dem Land. „So weit wollen und dürfen wir es nicht kommen lassen“, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann gestern.
Die SPD-Politikerin warb erneut für die Einführung einer Landarztquote. Das Land könne bis zu zehn Prozent der Medizinstudienplätze an Bewerber vergeben, die sich verpflichten, nach Studium und Weiterbildung in unterversorgten Regionen im ländlichen Raum zu arbeiten. Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben eine entsprechende Quote laut Ministerium bereits eingeführt.
Bei der Ärztekammer Niedersachsen stößt die Landarztquote auf Ablehnung. „Wenn ich eine Quote für Allgemeinmedizin schaffe, befördere ich einen Mangel bei anderen Disziplinen, die heute schon wenig von Studierenden gewählt werden“, erklärte die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker.
„Dann muss ich erklären, warum zum Beispiel Beatmungspatienten verlegt und Intensivstationen geschlossen werden müssen, weil keine Intensivmediziner und Notärzte mehr nachkommen“, sagte sie.
Als Antwort auf den drohenden Ärztemangel bieten das Land und die KVN schon jetzt eine Reihe von Maßnahmen an. So werden Studierende mit 400 Euro monatlich gefördert, wenn sie zusagen, sich nach dem Studium in Allgemeinmedizin weiterzubilden und dann im ländlichen Raum Niedersachsens zu arbeiten.
Die Gründung oder Übernahme einer ärztlichen Niederlassung wird über die KVN mit bis zu 60.000 Euro gefördert – in Regionen, in denen eine Unterversorgung droht, sogar mit bis zu 70.000 Euro. Studierende, die ein Praktisches Jahr in einer niedersächsischen Hausarztpraxis absolvieren, können bis zu 2.400 Euro Förderung für das Jahr bekommen.
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