Protest der Krankenfahrtenanbieter in Brandenburg wächst

Potsdam – In Brandenburg haben sich mittlerweile 140 Taxiunternehmen und Wohlfahrtsverbände mit 1.600 Fahrzeugen in der „Brandenburger Arbeitsgemeinschaft Fahrdienste“ (BAGF) zusammengeschlossen. Das berichtete der Vorstand des Paritätischen Landesverbands Brandenburg, Andreas Kaczynski, vor Journalisten in Potsdam. „Und es kommen täglich mehr dazu.“
Die BAGF verhandelt derzeit mit der IKK und dem Verband der Ersatzkassen über eine höhere Vergütung für Krankenfahrten in Brandenburg. „Die Verhandlungen waren konstruktiv und werden in der kommenden Woche fortgeführt“, sagte Matthias Rudolf, Regionalvorstand Südbrandenburg der Johanniter Unfall-Hilfe.
Zuvor waren Verhandlungen mit der AOK Nordost gescheitert. Die Mitglieder der BAGF akzeptieren deswegen seit dem 9. November keine Transportscheine der AOK mehr.
„Jetzt tritt eine Situation ein, die für viele Patienten sehr belastend ist“, sagte Kaczynski. „Wir sehen aber keine andere Möglichkeit mehr, um die AOK an den Verhandlungstisch zu zwingen.“ Als „beunruhigend“ empfinde er die Zurückhaltung des Potsdamer Gesundheitsministeriums in dieser Angelegenheit. „Es geht hier um die Sicherstellung der Versorgung.“
Der Pressesprecher der AOK Nordost, Dirk Becker, erklärte, die AOK bleibe weiter gesprächsbereit und setze auf eine tragfähige Lösung. „Wir haben ein Angebot vorgelegt, das eine Vergütungssteigerung um 5,17 Prozent ab dem 1. Januar 2026 vorsieht“, sagte Becker. „Über die Hälfte der rund 650 Vertragspartner in Brandenburg hat das Angebot bereits angenommen.“
Mit allen Leistungserbringern bestünden weiterhin gültige Grundverträge, die die Leistungserbringung für die Versicherten regelten. Daran ändere der Stand der Preisverhandlungen nichts. „Wir fordern die Unternehmen ausdrücklich auf, genehmigte Fahrten nicht abzulehnen, um Druck aufzubauen“, so Becker. „Wer für die AOK Nordost nicht mehr zur Verfügung stehen will, soll dies rechtsverbindlich erklären.“
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