Psychiater stellen Patientenleitlinie zu psychosozialen Therapien vor
Berlin – Eine neue Patientenleitlinie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) informiert kompakt und verständlich über die sogenannten psychosozialen Therapien. Sie sind laut der Fachgesellschaft eine zentrale Säule in der Behandlung schwer psychisch kranker Menschen und zielen darauf ab, die Möglichkeiten der Betroffenen so zu verbessern, dass diese besser in ihrer sozialen Umgebung leben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Die Patientenleitlinie basiert auf der S3-Leitlinie „Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen“ und erläutert insbesondere die verschiedenen Ebenen der psychosozialen Interventionen. Dabei werden so genannte Einzelinterventionen beschrieben, zum Beispiel das Training sozialer Fertigkeiten, die Psychoedukation oder die künstlerischen Therapien.
Ein Kapitel ist den Systeminterventionen gewidmet: Hier geht es darum, Versorgungsangebote in einer bestimmten Art und Weise zu organisieren und bereitzustellen – zum Beispiel multiprofessionelle gemeindespsychiatrische Behandlungsverfahren wie die Akutbehandlung im häuslichen Umfeld, das Case-Management oder die Arbeitsrehabilitation.
„Damit wollen wir es Betroffenen und deren Angehörigen ermöglichen, am aktuellen Wissensstand hinsichtlich der Wirksamkeit psychosozialer Therapien zu partizipieren“, erklärte DGPPN-Vorstandsmitglied und Mitautorin Steffi Riedel-Heller. „Darüber hinaus erfüllt die Patientenleitlinie eine wichtige Wegweiserfunktion, indem sie das psychiatrische Versorgungssystem skizziert.
In zwei Kapiteln werden zudem Angehörige psychisch Kranker konkret angesprochen, eines davon richtet sich an die Kinder psychisch kranker Eltern“ ergänzte Gudrun Schliebener, Vorsitzende des Bundesverbandes der Angehörigen psychisch Kranker und ebenfalls Mitautorin der Patientenleitlinie.
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