Reanimation: Mehr als jeder zweite Notfalleinsatz auf Normalstation

Nürnberg – Mehr als jeder zweite Einsatz (54,5 Prozent) eines innerklinischen Notfallteams findet auf einer Normalstation statt. Das zeigt der neue Jahresbericht „Innerklinisches Notfallmanagement 2025“ des Deutschen Reanimationsregisters. Es steht unter der Trägerschaft der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI).
Für den Jahresbericht hat das Reanimationsregister 11.103 Einsätze von Notfallteams aus 158 Kliniken ausgewertet. Bei 6.135 Einsätzen wurde reanimiert, in 4.837 Fällen eine akute Notfallsituation ohne Reanimation versorgt.
Erstmals bezieht der Jahresbericht auch letztere Einsätze systematisch ein und nimmt damit die innerklinische Notfallversorgung umfassender in den Blick – von der akuten Verschlechterung bis zum Herz-Kreislauf-Stillstand.
„Die neuen Daten zeigen, dass wir nicht erst beginnen dürfen, wenn es zum Herz-Kreislaufstillstand gekommen ist“, sagte Jan-Thorsten Gräsner, Sprecher des Organisationskomitees des Reanimationsregisters. Entscheidend sei, eine kritische Verschlechterung möglichst früh zu erkennen und darauf verlässlich zu reagieren. „Gelingt das, können wir im besten Fall verhindern, dass es überhaupt zum Herz-Kreislauf-Stillstand kommt.“
Weil auf Normalstationen keine dauerhafte Patientenüberwachung stattfindet, sind aus Sicht des Reanimationsregisters standardisierte Frühwarnsysteme eine hilfreiche Option. Dafür könnten Kliniken auch an bereits bestehende Systeme anknüpfen, hieß es. Aus Sicht der Reanimationsexpertinnen und -experten sollten Frühwarnsysteme verpflichtend genutzt werden.
Matthias Fischer vom Organisationskomitee des Deutschen Reanimationsregisters wies darauf hin, dass auf das Erkennen auch eine verlässliche Reaktion folgen muss. „Ein Frühwarnsystem ist dann besonders wertvoll, wenn mit bestimmten Werten auch klare Handlungsabläufe verbunden sind: Wer wird informiert, wie schnell muss reagiert werden und wann wird das Notfallteam hinzugezogen?“
„Entscheidend ist eine durchgängige Versorgungskette“, sagte Gräsner. „Wir müssen Risiken früh erkennen, bei einer Verschlechterung schnell und qualifiziert reagieren und die Ergebnisse anschließend systematisch auswerten.“ So könne man vermeidbare Herz-Kreislauf-Stillstände verhindern und gleichzeitig die Versorgung dort verbessern, wo eine Reanimation notwendig werde.
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