Rettungsdienst in Hamburg deutlich teurer geworden

Hamburg – Der Rettungsdienst in Hamburg ist erneut teurer geworden. Die Stadt Hamburg hat die Gebühren für das Jahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr um rund neun Prozent angehoben. Das gehe aus der Veröffentlichung der Gebührensätze im Hamburgischen Gesetz- und Verordnungsblatt hervor, wie die Landesvertretung Hamburg des Verbands der Ersatzkassen (vdek) mitteilte.
Demnach erhöhen sich die Gebühren für den Einsatz eines Rettungswagens (RTW) von 685,56 Euro im Jahr 2025 auf 750,37 Euro im neuen Jahr. Im Vergleich zum Jahr 2016 haben die Kosten für einen RTW-Einsatz um rund 93 Prozent zugelegt.
Die Krankenkassen in der Hansestadt sind empört. „Uns fehlt jegliches Verständnis dafür, dass die Stadt die Gebühren schon wieder kräftig anhebt“, sagte Kathrin Herbst, Leiterin der Landesvertretung Hamburg des Verbands der Ersatzkassen. Der immer tiefere Griff in die Taschen der Versicherten müsse ein Ende haben.
Versicherte hätten einen Anspruch auf einen modernen Rettungsdienst in guter Qualität – aber nicht zu überhöhten Preisen, sondern im Rahmen der üblichen Kostensteigerungen. „Die Stadt muss endlich die Kosten der Sicherstellung inklusive Fehlfahrten ihrer Verantwortung entsprechend aus Steuermitteln finanzieren“, so Herbst.
Die Ersatzkassen kritisieren, dass sich die Bundesländer, auch Hamburg, seit Jahren ihrer finanziellen Verantwortung für den Rettungsdienst entziehen. Dies habe auch der Bundesrechnungshof kritisiert, hieß es. Die Länder wälzten die Kosten über Gebühren weitgehend auf die Krankenkassen ab, obwohl diese gesetzlich nur zur Übernahme der Fahrtkosten verpflichtet seien.
Die Ersatzkassen verlangen, dass die Hamburger Regelung abgeschafft wird, wonach die Gebühren einseitig durch Senatsbeschluss festgelegt werden. „Wir fordern echte Verhandlungen, damit wirtschaftliche Gebühren für die gesetzliche Krankenversicherung erreicht werden und die Kostenspirale sich nicht ungebremst weiterdreht“, sagte Herbst.
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