Ärzteschaft

Ambulante Versorgung: Arbeiten in Teilzeit vermehrt gefragt

  • Mittwoch, 3. September 2025
/Halfpoint, stock.adobe.com
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Düsseldorf – Immer mehr im Ärztinnen und Ärzte, die im ambulanten Bereich angestellt sind, arbeiten in Teilzeit. Auch in Facharztpraxen sind reduzierte Arbeitszeiten kein Nischenphänomen. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) hervor.

Danach sind 43 Prozent der in der ambulanten Versorgung angestellten Hausärzte derzeit in Teilzeit tätig – 2021 waren es noch 36 Prozent. Durchschnittlich sind sie pro Woche für 21 Stunden angestellt und leisten zusätzlich drei Überstunden.

Unter Fachärzten beläuft sich der Anteil der Teilzeitbeschäftigten mit 49 Prozent sogar auf knapp die Hälfte – das sind fünf Prozentpunkte mehr als vor vier Jahren. Ihre vertraglich vereinbarte Wochenarbeitszeit liegt bei durchschnittlich 20 Stunden, hinzu kommen wöchentlich rund zwei Überstunden. 

„Ob in der Arztpraxis oder in der Klinik – der Trend zur Teilzeitarbeit ist offensichtlich“, sagte Nicole Wortmann, Leiterin des Bereichs Gesundheitsmarkt bei der Apobank. Diese Entwicklung führezu einem Engpass bei der medizinischen Versorgung.

Das müsse bei dem Umbau des Gesundheitswesens berücksichtigt werden, mahnte sie. Reduzierte Arbeitszeiten bedeuteten bei gleichbleibender Ärztezahl weniger Behandlungszeit und einen zunehmenden Mangel an Ressourcen in der ambulanten Patientenversorgung.

Laut Umfrage ist die Teilzeitbeschäftigung besonders bei Ärztinnen verbreitet: 70 Prozent der befragten teilzeitbeschäftigten Humanmediziner sind Frauen. Daher ist der Anteil der Teilzeitkräfte in weiblich geprägten Fachgruppen besonders hoch.

An der Spitze lagen in der Befragung gynäkologische Praxen und Medizinische Versorgungszentren (MVZ) für Frauenheilkunde. 68 Prozent der hier angestellten Medizinerinnen und Mediziner arbeiten weniger als 30 Stunden wöchentlich. Ähnlich hoch ist der Teilzeitanteil mit 64 Prozent in pädiatrischen Praxen und MVZ.

In HNO-Praxen und MVZ beträgt der Anteil der Teilzeitbeschäftigten laut Befragung 55 Prozent. Auch in der Chirurgie und der Orthopädie haben inzwischen 40 Prozent der Ärztinnen und Ärzte einen Teilzeitvertrag.  

Für die Erhebung wurden 700 ambulant angestellte Humanmediziner befragt – davon 350 aus Hausarzt- und 350 aus Facharztpraxen.

hil

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