Ärzteschaft

Digitale Welt: Kinder und Jugendliche benötigen mehr Hilfe

  • Freitag, 17. Oktober 2025
/Luiza, stock.adobe.com
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Berlin – Ein übermäßiger Medienkonsum kann die körperliche und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gefährden. Klare Regeln für den Umgang mit Sozialen Medien an Schulen hat daher die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Simone Oldenburg (Die Linke) angeregt.

„Medienkompetenz ist kein Luxus, sondern Teil des Bildungsauftrags“, sagte Oldenburg bei einem Treffen von Bildungsministerinnen und -ministern der Länder mit Vertretern der Ärzteschaft und der Kostenträger gestern in Berlin.

„Wenn Kinder und Jugendliche ihren Alltag kaum noch ohne Smartphone und Internet bewältigen können, ist das ein ernstes Warnsignal“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Klaus Reinhardt, nach dem Treffen. Deshalb müsse man sie frühzeitig befähigen, digitale Medien reflektiert und maßvoll zu nutzen. Medienkompetenz sei Teil der Gesundheitskompetenz und sollte zur schulischen Grundbildung gehören, so der BÄK-Chef.

Für Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer und gemeinsam mit Reinhardt Vorsitzender des Ausschusses „Public Health“ der BÄK, ist das Ganze eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich Schule, Elternhaus, Gesundheitssystem und Politik gemeinsam stellen müssen.

„Wir brauchen Lehrplaninhalte zu zentralen Gesundheitsthemen“, sagte er. Wichtig si zudem, dass gezielt Programme zur Förderung von Medienkompetenz in Schulen und für Familien etabliert würden. „Wir schlagen daher eine neue Präventionsstrategie der ‚Digitalen Balance‘ vor, die in Curricula, Elterntrainings und -informationen und den regionalen Präventionsketten aufgenommen wird.“

Die Vertreterin der SPD-geführten Länder, die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot, betonte, Deutschland brauche ein Bildungssystem, das Teilhabe und Mitbestimmung, Medienkompetenz, Gesundheit und Demokratiebildung miteinander verbinde. „Medienkompetenz gehört heute zur Grundbildung“, erklärte auch die Vertreterin der CDU-geführten Länder, NRW-Bildungsministerin Dorothee Feller.

Die Bildungsministerkonferenz tauschte sich gestern mit der Gesundheitsministerkonferenz, der BÄK und dem GKV-Spitzenverband über den Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen aus. Dabei ging es insbesondere um die Nutzung von Smartphones und Sozialen Netzwerken.

Das Treffen war laut der BÄK der Auftakt für eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen Politik, Gesundheitswesen und Bildungseinrichtungen mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche besser auf die Herausforderungen der digitalen Welt vorzubereiten.

hil/kna

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