Empfehlungen zu Ausstattung und Struktur einer Intermediate-Care-Station
München – Bereichsübergreifende Empfehlungen für Intermediate-Care-Stationen hat die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) herausgegeben. „Die Empfehlungen geben Medizinern nicht nur eindeutige Kriterien für die Einrichtung von Intermediate-Care-Stationen an die Hand, sondern bieten auch Orientierung darüber, wann ein Patient in welcher Stationsform untergebracht werden sollte“, erläuterte Christian Waydhas, Oberarzt an der Chirurgischen Universitätsklinik und Poliklinik am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum.
Zu der Autorengruppe gehörten Vertreter aus den fünf Fachrichtungen Anästhesie, Chirurgie, Innere Medizin, Neuromedizin, Pädiatrie sowie der Pflege. Zusätzlich wurde ein baulicher Fachberater hinzugezogen. Sie haben in den Empfehlungen nach eigenen Angaben Anregungen aus zahlreichen europäischen Ländern sowie medizinischen Teilbereichen aufgenommen, zusammengeführt, an deutsche Verhältnisse angepasst und ergänzt.
„In den deutschen Krankenhäusern werden immer mehr Patienten mit zunehmend komplexen oder speziellen Krankheitsbildern behandelt. Die Behandlungsanforderungen einiger dieser Patienten überschreiten die Möglichkeiten der Normalpflegestationen. Der Schweregrad dieser Erkrankungen oder die Erfordernisse der Behandlung dieser speziellen Krankheitsbilder rechtfertigen jedoch nicht immer die Aufnahme auf eine Intensivtherapiestation“, heißt es in der Einleitung der Empfehlungen. Intermediate-Care-Stationen böten die Möglichkeit einer hochspezialisierten Therapie und Überwachung und nähmen eine Mittelstellung zwischen Normalpflegestation und Intensivtherapiestation ein.
Ein besonders wichtiger Punkt beim Aufbau und Betrieb der Stationen ist laut den Autoren die Personalplanung. Die Empfehlung der DIVI-Arbeitsgruppe lautet: Eine Pflegekraft betreut je vier Patienten in der Intermediate-Care-Station – wobei bei besonderen Krankheitsbildern oder höherem Therapieaufwand auch eine höhere Pflegepräsenz erforderlich sein könne.
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