Jeder siebte Arzt kommt in Thüringen inzwischen aus dem Ausland

Erfurt – In Thüringen sind immer mehr Ärzte aus dem Ausland tätig. Im vergangenen Jahr sei erstmals die Zahl von 2.000 ausländischen Ärzten geknackt worden, teilte die Landesärztekammer (LÄKT) mit. Das ist mehr als jeder siebte Arzt im Freistaat.
Die meisten von ihnen arbeiteten im Krankenhaus. Rund 370 Mediziner kamen aus Syrien. Dahinter folgten Rumänien, der Kosovo und die Ukraine als Herkunftsländer.
„Angesichts dieser Zahlen stimmt die jüngst geäußerte pauschale Forderung nach der Rückkehr von syrischen Flüchtlingen in ihr Heimatland mit Blick auf die Aufrechterhaltung unseres Gesundheitssystems nachdenklich“, sagte der Präsident der Landesärztekammer, Hans-Jörg Bittrich.
Die CSU im Bundestag hatte zuletzt die Abschiebung der meisten syrischen Flüchtlinge gefordert. Nach Ende des Bürgerkriegs dort entfalle für sie der Schutzgrund, hieß es.
Konkret arbeiteten Ende vergangenen Jahres 2.025 ausländische Ärzte im Freistaat, im Vorjahr waren es noch 1.927 gewesen. Im Jahr 2012 war mit 1.002 Medizinern aus dem Ausland erstmals die 1.000er-Marke überschritten worden. Die Gesamtzahl der Ärzte stieg binnen Jahresfrist von 14.122 auf 14.278.
Bittrich betonte, die gestiegenen Zahlen dürften nicht fehlinterpretiert werden. In einigen Bereichen, zum Beispiel bei Augenärzten, sei es personell immer noch eng. Das gelte auch für einige Regionen. Auch trage die demografische Entwicklung im Freistaat dazu bei, dass es immer mehr Arztkontakte gebe.
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