Kinderärzte warnen vor Legalisierung essbarer Cannabisprodukte

Köln – In einem Brief an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ) vor einer weiteren Aufweichung der Kinder- und Jugendschutzstandards im Cannabisgesetz gewarnt.
Vor allem die Forderung der Industrie nach einer breitgefächerten Einführung von essbarer Cannabisprodukte (Edibles) sieht der Verband kritisch. Vorgestern hatte der Bundestag erstmals über den Gesetzentwurf zum kontrollierten Umgang mit Cannabis beraten.
Während die Ampelkoalition durch das neue Gesetz Cannabis Konsumenten aus der Illegalität holen und vor gesundheitlichen Gefahren zu schützen, befürchtet der BVKJ große gesundheitliche Risiken für Kinder und Jugendliche.
„Mit den geplanten Modellregionen für den staatlich lizenzierten Verkauf über die bereits sehr schwerwiegenden Auswirkungen einer Freigabe zum privaten und gemeinschaftlichen Eigenanbau für Erwachsene hinaus weitere Legalisierungsschritte zu gehen, lehnen wir aufs Schärfste ab“, betonte Verbandspräsident Thomas Fischbach in der Stellungnahme.
Er befürchtet, dass die Freigabe sogenannter Edibles die Zahl von Vergiftungsfällen bei Kleinkindern nach oben treiben könnte und verwies auf entsprechende Erfahrungswerte aus den USA und weiteren Freigabestaaten. Vor diesem Hintergrund sie eine Erlaubnis dieser Konsumform „absolut unverantwortlich“, so die BVKJ in ihrer Stellungnahme.
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