Neue S3-Leitlinie zur Transition von jungen Menschen mit Adipositas in die Erwachsenenmedizin

Berlin/Hannover – Hilfestellung beim Übergang von jungen Menschen mit Adipositas von der pädiatrischen Versorgung in die Erwachsenenmedizin soll eine neue S3-Leitlinie geben. Herausgegeben hat die Leitlinie die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG), vertreten durch die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA), sowie die Gesellschaft für Transitionsmedizin (GfTM).
Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat die Arbeit an der Leitlinie unterstützt. Sie soll auf dem Portal der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) erscheinen, ist aber bereits im Ergebnisbericht des Innovationsausschussprojekts einsehbar.
Fast jedes fünfte Kind in Deutschland hat Übergewicht. 5,4 Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Alter von bis zu 17 Jahre leiden laut dem Leitlinienteam an Adipositas.
Der Übergang in das Erwachsenenalter stellt für junge Menschen mit Adipositas eine besondere Herausforderung dar, da körperliche und psychosoziale Entwicklungsprozesse, Diskriminierungserfahrungen und das Auflösen stabilisierender Strukturen zusammentreffen. Hinzu kommt das Ende der pädiatrischen Versorgung.
„Infolgedessen besteht ein erhöhtes Risiko für den Abbruch der kontinuierlichen medizinischen Betreuung, das Verstärken der Adipositas sowie das Entwickeln von körperlichen und psychischen Komorbiditäten“, informiert die Leitliniengruppe.
Nach einer Recherche der bestehenden Evidenz hat das Team acht evidenzbasierte und sieben konsensbasierte Empfehlungen zusammengestellt. An der Arbeit haben sich 21 Fachgesellschaften und vier Patientenvertreter beteiligt.
„Zur Verbesserung des Selbstmanagements von jungen Menschen mit Adipositas sollte unterstützend die Nutzung von validierten web- oder appbasierten Anwendungen empfohlen werden“, lautet eine der Empfehlungen. „Eine längerfristige, strukturierte Begleitung sollte jungen Menschen mit Adipositas angeboten werden, um die Wahrscheinlichkeit der regelmäßigen und adäquaten medizinischen Versorgung im Erwachsenenalter zu erhöhen“, ist eine weitere Empfehlung.
Deutsches Ärzteblatt bei Google bevorzugen
Wenn Sie Deutsches Ärzteblatt als bevorzugte Quelle festlegen, können Inhalte von uns in Ihren Google-Ergebnissen sichtbarer erscheinen.
Jetzt bei Google bevorzugenDiskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: