Sanitäter kein Ersatz für Notärzte

Düsseldorf – Notärzte sind bei der Versorgung von schwer erkrankten oder verletzten Patienten unersetzbar. Notfallsanitäter können ihre Rolle nicht übernehmen – auch dann nicht, wenn sie akademisch ausgebildet sind. Das hat die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein betont.
Die Delegierten reagieren mir ihrer Klarstellung auf die Empfehlung der „Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung“ zur Reform des Rettungsdienstes.
Die Kommissionsmitglieder schlagen darin vor, die Befugnisse von Notfallsanitätern mit Bachelor- oder Masterabschluss deutlich auszuweiten und sie mit einer umfassenden fachgebundenen Heilkundeerlaubnis auszustatten, die beispielsweise die Gabe von Arzneimitteln oder Betäubungsmitteln einschließt.
Nach dem Willen der Kommission sollen Notärzte in Zukunft nur noch als Telenotärzte im Hintergrund, in der Luftrettung und bei besonders komplexen Einsätzen vor Ort tätig werden.
„Die Substitution des bisherigen Notarztsystems durch ausgebildete Notfallsanitäter wird die notfallmedizinische Versorgung in NRW nicht verbessern“, warnte der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke.
Oberste Priorität müsse immer die Sicherheit der Patienten haben. Die Qualifikation akademisch ausgebildeter Notfallsanitäter sei nicht mit der von Notärztinnen und Notärzten vergleichbar, die ein Medizinstudium und in aller Regel zusätzlich eine mehrjährige fachärztliche Weiterbildung absolviert hätten, so Henke.
Die Kammerversammlung betonte bei ihrem Treffen außerdem, dass die anstehende Reform der Krankenhausfinanzierung die Personalkosten für Ärzte angemessen abgebilden muss.
Hintergrund ist, dass die Krankenhäuser künftig nicht mehr ausschließlich für das Erbringen medizinischer Leistungen Geld erhalten sollen, sondern auch für das Vorhalten von Personal und medizintechnischer Ausrüstung bezahlt werden. 60 Prozent des Krankenhausbudgets sollen dann aus Vorhaltepauschalen bestehen. Dies soll Fehlanreize zur Leistungsausweitung korrigieren.
„Gute Krankenhausversorgung geht nur mit genügend gut qualifiziertem Personal“, betonte Henke. Das gelte für Pflegekräfte ebenso wie für Ärztinnen und Ärzte, so der Kammerpräsident.
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