Unzuverlässige Patienten kosten Arztpraxen bis zu 1.000 Euro pro Monat

München – Patienten, die ihre Termine nicht einhalten, sind für Arztpraxen ein Ärgernis. Bei einer Befragung von 561 niedergelassenen Ärzten beklagten mehr als die Hälfte aller Befragten finanzielle Einbußen von bis zu 1.000 Euro pro Monat, in Einzelfällen sogar mehr. Mit 25 Prozent werden Kontrolluntersuchungen besonders häufig vergessen.
Angestoßen wurde die Umfrage von dem Unternehmen terminius.com. Befragt wurden niedergelassene Ärzte aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Teilnahme erfolgte per Faxantwort und über ein nicht öffentliches Online-Formular. Während Patienten jenseits der 51 Lebensjahre als besonders pflicht- und terminbewusst wahrgenommen werden, gelten Praxisbesucher zwischen 19 und 30 Jahren als klare Spitzenreiter in Sachen Unzuverlässigkeit (44,64 Prozent). Nach ihrem persönlichen Eindruck gefragt, gab über die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer an, eine zunehmende Verstärkung des Negativtrends zu beobachten.
Die Praxen reagieren laut Umfrage zunehmend auf den Trend: Knapp die Hälfte der befragten Ärzte erinnern ihre Patienten aktiv an bevorstehende Termine – oft persönlich per Telefon (42,93 Prozent), über den Postweg (31,48 Prozent), per E-Mail (14,49 Prozent) oder per SMS (8,94 Prozent).
Die Befragung erfolgte im Rahmen der Pünktlichkeitsstudie. Sie teilt sich in eine allgemeine Hauptumfrage sowie zahlreiche Branchenumfragen auf. Ins Leben gerufen wurde die Untersuchung von der infin – Ingenieurgesellschaft für Informationstechnologien.
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