Hochschulen

Studieren ohne NC geht bei immer mehr Studiengängen

  • Dienstag, 23. Juni 2026
/kasto, stock.adobe.com
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Gütersloh – Bei der Studienplatzvergabe in Deutschland verliert ein guter Abiturschnitt immer mehr an Bedeutung. Das zeigt eine Auswertung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE).

Zum kommenden Wintersemester werden demnach 31,6 Prozent aller Studienangebote in Deutschland eine Zugangsbeschränkung haben, wie etwa einen Numerus Clausus (NC) oder einen Eignungstest. Vor sechs Jahren waren mehr als 40 Prozent aller Studienangebote zulassungsbeschränkt – der Anteil sinkt seither kontinuierlich.

Im Vergleich zum Vorjahr sei der Anteil zulassungsbeschränkter Studiengänge noch einmal um 0,9 Prozent kleiner geworden, hieß es. Besonders niedrig liegt die Quote für Bachelorstudiengänge: Diese liegt im kommenden Wintersemester bei 28,7 Prozent. Vor zehn Jahren war mit 47,6 Prozent noch fast jeder zweite Bachelorstudiengang zugangsbeschränkt.

„Der sogenannte Numerus Clausus verliert für Studieninteressierte in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Die Chancen seinen Wunschstudiengang an der jeweiligen Wunschhochschule zu studieren, waren wohl noch nie so gut wie aktuell“, bilanziert Cort-Denis Hachmeister.

Selbst in bundesweit zugangsbeschränkten Wunschfächern wie Medizin oder Pharmazie habe sich das Verhältnis von Bewerbern zu Studienplätzen zugunsten der Studierenden verbessert. Zum Wintersemester kamen 3,1 Bewerbende auf einen Medizinstudienplatz an einer staatlichen Universität, in Pharmazie lag die Quote bei 2,8.

Berlin mit höchsten Anteilen, Hamburg mit Rückgang

An Berliner Hochschulen ist im kommenden Wintersemester 2026/27 mit 53,5 Prozent mehr als die Hälfte der Studiengänge zugangsbeschränkt. Es folgen Baden-Württemberg (46,2 Prozent), das Saarland (44,1 Prozent) und Bremen (43,7 Prozent). Beste Chancen auf einen Wunschstudienplatz gibt es in Thüringen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz, wo nicht einmal jeder fünfte Studiengang zugangsbeschränkt ist.

Je nach Fach, Hochschultyp und Abschlussart variiert die Quote zugangsbeschränkter Studienangebote stark: In den Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften sind bundesweit 36,2 Prozent der Studiengänge zugangsbeschränkt. In den Ingenieurwissenschaften stehen mehr als drei Viertel der Angebote allen Erstsemestern unabhängig von ihrer Abiturnote offen. Gut ist der Zugang auch in Mathematik, den Natur-, Sprach- und Kulturwissenschaften.

Der Hochschultyp spielt mittlerweile für die Chancen auf einen Studienplatz nahezu keine Rolle mehr. Mit 28,5 bzw. 28,8 Prozent liegen die Quoten an Universitäten bzw. Fachhochschulen/Hochschulen für angewandte Wissenschaften mittlerweile auf identischem Niveau.

dpa/EB

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