AOK verzeichnet neues Rekordhoch bei Heilmittelausgaben

Berlin – Die Ausgaben der AOK für Heilmittel haben sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt – 2024 beliefen sie sich auf rund 4,8 Milliarden Euro. Das zeigt der neue Heilmittelbericht 2025 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).
Danach spielen Mengeneffekte oder die Demografie für die Ausgabensteigerungen eine geringere Rolle. Entscheidend war vielmehr eine gesetzliche Neuregelung zur bundeseinheitlichen Angleichung des Vergütungsniveaus im Jahr 2019.
Diese führte dazu, dass ab Juli 2019 für die jeweiligen Leistungspositionen bundesweit die Preise der Region mit den höchsten Vergütungen gültig waren. Dieser Höchstpreis wurde in den Jahren danach Schritt für Schritt durch bundeseinheitliche Versorgungsverträge abgelöst, die der GKV-Spitzenverband mit den Spitzenorganisationen der Heilmittelerbringer für jeden Leistungsbereich verhandelte.
Laut WidO-Geschäftsführer Helmut Schröder ist davon auszugehen, dass die Umsetzung der höchsten Vergütungen im Jahr 2019 für die Krankenkassen im Jahr 2024 zu Mehrausgaben in Höhe von mehr als 2,5 Milliarden Euro geführt hat. Grundlage ist eine Modellrechnung des Instituts, die bestimmt, wie hoch die Kosten für Heilmittel ohne die gesetzliche Neuregelung gestiegen wären.
Danach hat der Bereich der Ergotherapie am stärksten von den neuen Regeln profitiert: Ohne diese hätten die Kosten mehr als ein Viertel unter den faktischen Heilmittelausgaben gelegen. In der Physiotherapie liegt der Vergleichswert 16,8 Prozent unter den tatsächlichen Ausgaben, in der Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie (SSSST) bei 13,5 Prozent.
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