Vermischtes

Jüngere Generationen liegen beim Faktenwissen zur Organspende vorn

  • Dienstag, 23. Dezember 2025
/Orawan, stock.adobe.com
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Köln – Das Faktenwissen zur Organ- und Gewebespende ist bei den verschiedenen Altersgruppen in Deutschland unterschiedlich. Das zeigt eine Befragung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Danach ist besonders die Altersgruppen bis 35 Jahre über das Thema im Bilde – fast die Hälfte der befragten 26- bis 35-Jährigen (49 Prozent) wird als „gut informiert“ eingestuft.

Insgesamt sind knapp 40 Prozent der Befragten „gut informiert“, während etwas mehr als die Hälfte (57 Prozent) als „mäßig informiert“ eingestuft wird. Vier Prozent der Befragten zeigen deutliche Wissenslücken und werden daher als „schlecht informiert“ eingeschätzt. 

„Die Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende ist sehr persönlich. Wer jedoch die medizinischen Grundlagen kennt, kann diese Entscheidung besser im Einklang mit den eigenen Werten treffen“, sagte der kommissarische Leiter des BIÖG, Johannes Nießen.  

Ein zentrales Ergebnis der Befragung ist eine generell positive Einstellung des Großteils der Befragten zum Thema Organ- und Gewebespende: 85 Prozent stehen einer Organ- und Gewebespende eher positiv gegenüber, im Jahr 2010 waren es 79 Prozent.

Neben dieser passiven Akzeptanz wurde auch erfasst, ob die Befragten grundsätzlich bereit wären, Organe oder Gewebe zu spenden (aktive Akzeptanz). Grundsätzlich wären danach drei Viertel der Befragten (75 Prozent) bereit, selbst Spenderin oder Spender zu werden (2010: 74 Prozent), 20 Prozent wären damit nicht einverstanden (2010: 18 Prozent).

Trotz dieser überwiegend positiven Haltungen zum Thema Organ- und Gewebespende haben nur 62 Prozent der Befragten eine Entscheidung zur Organ- und Gewebespende getroffen und nur 45 Prozent ihren Entschluss in einem Organspendeausweis oder einer Patientenverfügung dokumentiert.

35 Prozent haben bisher keine Entscheidung zur Organ- und Gewebespende getroffen, zumeist aufgrund fehlender oder unzureichender Auseinandersetzung mit dem Thema. 

79 Prozent der Befragten wissen laut der Befragung, dass der irreversible Ausfall aller Hirnfunktionen – der sogenannte Hirntod – die zentrale Voraussetzung für eine Organentnahme ist. 17 Prozent hingegen denken, der Herztod sei Voraussetzung. Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) weiß laut der Umfrage nicht, dass es keine Altersgrenze für die Organ- oder Gewebespende gibt.

Bemerkenswert ist laut dem BIÖG der Wissenszuwachs der „Generation Z“: Der Anteil der 14- bis 25-Jährigen, die „gut informiert“ sind, ist seit 2016 deutlich gestiegen. Während 2016 lediglich 32 Prozent der 14- bis 25-Jährigen als „gut informiert“ galten, stieg dieser Anteil in der neuesten Erhebung auf 45 Prozent. Der Wissensstand der Gesamtbevölkerung ist seit 2016 laut der Umfrage dagegen nur leicht gestiegen. 

„Wer sich bereits zu Lebzeiten mit dem Thema beschäftigt, erspart seinen Angehörigen die Last, im Ernstfall unter großer emotionaler Belastung entscheiden zu müssen. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen und den eigenen Willen zu dokumentieren – im Organspendeausweis, in der Patientenverfügung oder im Organspende-Register“, betonte Nießen.  

Für die Studie Wissen, Einstellung und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organ- und Gewebespende hat das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit im vergangenen Jahr 4.001 Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren befragt. 

hil

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